Verordnung
über Zuständigkeiten im Arzneimittelwesen
und nach dem Medizinproduktegesetz
Vom 11. Dezember 1990 (Fn 1)
Aufgrund des § 12 Abs. 4 der Bundes-Apothekerordnung in der Fassung der
Bekanntmachung vom 19. Juli 1989 (BGBl. I S. 1478), geändert durch Gesetz vom
23. September 1990 (BGBl. II S. 885), des § 9 Abs. 2 des Gesetzes über den
Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten vom 18. März 1968 (BGBl. I S.
228), zuletzt geändert durch Gesetz vom 18. Februar 1986 (BGBl. I S. 265), und
des § 36 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) sowie des
§ 5 Abs. 3 des Landesorganisationsgesetzes (LOG. NW.) (Fn
2) - insoweit nach Anhörung des Ausschusses für Arbeit,
Gesundheit und Soziales und Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge
sowie des Ausschusses für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz des Landtags
- wird verordnet:
§ 1 (Fn
3)
(1) Die Kreise und kreisfreien Städte sind zuständige Behörden im Sinne der
folgenden Gesetze und Verordnungen in der jeweils geltenden Fassung:
1. des Gesetzes über das Apothekenwesen in der
Fassung der Bekanntmachung vom 15. Oktober 1980 (BGBl. I S. 1993),
2. der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) vom 9.
Februar 1987 (BGBl. I S. 547) mit Ausnahme der §§ 23 und 24, für die die
Apothekenkammern zuständig sind,
und, soweit in Absätzen 2, 3 und 4 nichts anderes bestimmt ist,
3. des Arzneimittelgesetzes in der Fassung der
Bekanntmachung vom 12. Dezember 2005 (BGBl. I S. 3394) in der jeweils geltenden
Fassung und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen,
4. des Gesetzes über die Werbung auf dem Gebiet
des Heilwesens in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Oktober 1978 (BGBl. I
S. 1677),
5. des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) vom 28.
Juli 1981 und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen,
6. des Artikels 75 des Übereinkommens zur
Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 19. Juni 1990 (BAnz. Nr. 217 a
v. 23. November 1990).
(2) Die Bezirksregierung ist zuständige Behörde im Sinne der folgenden
Gesetze und Verordnungen in der jeweils geltenden Fassung:
1. des Arzneimittelgesetzes für
a) die Entscheidung über die Erlaubnis nach § 13
Abs. 1, § 20 b Abs. 1, § 20 b Abs. 2, § 20 c Abs. 1 oder § 20 c Abs. 6 sowie
die Entgegennahme der Anzeige nach § 20 Satz 1, § 20 b Abs. 2 oder § 20 c Abs.
6,
b) Mitwirkung bei Begehungen und Besichtigungen
nach § 25 Abs. 8 Satz 2 und Abs. 8 a,
c) die Mitwirkung beim Widerruf der Arzneimittelzulassung
nach § 30 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3,
d) die Anordnung der Rückgabe des Arzneimittels
nach § 30 Abs. 4 Satz 3,
e) die Entscheidung über die Anerkennung
zentraler Beschaffungsstellen für Arzneimittel nach § 47 Abs. 1 Nr. 5,
f) die Ausstellung von Bescheinigungen nach § 47
Abs. 1 a für die in § 47 Abs. 1 Nr. 1 bezeichneten Empfänger,
g) das Verlangen der Vorlage von Nachweisen nach
§ 47 Abs. 1 b,
h) das Verlangen der Vorlage von Nachweisen über
die Arzneimittelmusterabgabe nach § 47 Abs. 4 Satz 3,
i) die Entscheidung über die Erlaubnis zum
Großhandel mit Arzneimitteln nach § 52a, soweit der Antragsteller nicht Inhaber
einer Apothekenbetriebserlaubnis ist,
j) Entgegennahme von Prüfungsergebnissen nach §
59 Abs. 2 Satz 2 und das Verlangen der Vorlage von Aufzeichnungen nach § 59
Abs. 4,
k) die Entgegennahme der Anzeige nach § 63 a
Abs. 3 Satz 1 sowie die Entgegennahme und Weiterleitung der Meldungen und
Mitteilungen nach § 63 c Abs. 3,
l) die Überwachung nach §§ 64 bis 69, soweit sie
- pharmazeutische Unternehmer mit Ausnahme
derjenigen, die ohne Herstellungserlaubnis gem. § 13 Abs. 2 Nrn. 1 bis 3 und 5
erlaubnisfrei Arzneimittel herstellen oder unmittelbar vor der Anwendung
Fertigarzneimittel zulässigerweise mischen und verdünnen,
- Betriebe und Einrichtungen mit Erlaubnis nach
§ 13 Abs. 1, § 20 b Abs. 1 oder § 20 c Abs. 1 sowie im Falle von § 20 b Abs. 2,
- Arzneimittelhersteller ohne
Herstellungserlaubnis mit Ausnahme derjenigen, die gemäß § 13 Abs. 2 Nrn. 1 bis
3 und 5 erlaubnisfrei Arzneimittel herstellen oder unmittelbar vor der
Anwendung Fertigarzneimittel zulässigerweise mischen und verdünnen, sowie
- Großhändler, soweit sie nicht Inhaber einer
Apothekenbetriebserlaubnis sind,
- zentrale Beschaffungsstellen im Sinne von § 47
Abs. 1 Nr. 5,
- Betriebe, Einrichtungen oder Personen, die
Wirkstoffe oder Gewebe, Gewebezubereitungen oder andere zur
Arzneimittelherstellung bestimmte Stoffe menschlicher Herkunft gewinnen,
herstellen, prüfen, lagern, verpacken oder in den Verkehr bringen,
- Betriebe und Einrichtungen, die Arzneimittel
entwickeln und prüfen einschließlich der klinischen Prüfungen und
Rückstandsprüfungen
betrifft;
insoweit erstreckt sich die Überwachung auch auf
la) das Entwickeln und die klinische Prüfung von
Arzneimitteln außerhalb einer Prüfstelle,
lb) die Bestellung
privater Sachverständiger nach § 65 Abs. 4,
lc) die Überprüfung
nach § 72 a Abs. 1 Nr. 1 oder § 72 b Abs. 2 Nr. 1,
m) die Überwachung der Arzneimittelvorräte in
Zivil- und Katastrophenschutzlägern nach § 71 Abs. 1 Satz 2,
n) die Entscheidung über die Erteilung der
Einfuhrerlaubnis nach § 72 Abs. 1, § 72 Abs. 2 oder § 72 b Abs. 1,
o) die Besichtigung im Ausland nach § 72 a Abs.
1 Nr. 2, § 72 a Abs. 1b oder § 72 b Abs. 2 Nr. 2 und die Entscheidung über die
Erteilung der Bescheinigung nach § 72 a Abs. 1 Nr. 2 oder § 72 b Abs. 2 Nr. 2,
p) die Entscheidung über die Erteilung der
Bescheinigung nach § 72 a Abs. 1 Nr. 3 oder § 72 b Abs. 2 Nr. 3,
q) die Entscheidung über die Erteilung der
Bescheinigung zur zollamtlichen Abfertigung nach § 73 Abs. 6 und
r) die Entscheidung über die Erteilung der
Zertifikate nach § 73 a Abs. 2,
2. des Gesetzes über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens für die in Nummer 1 Buchstabe l)
genannten Personen und Einrichtungen sowie Unternehmen mit Sitz außerhalb des
Geltungsbereichs dieses Gesetzes und für Medizinprodukte im Sinne des § 3 des
Medizinproduktegesetzes,
3. (gestrichen)
4. des Gesetzes über die Rechtsstellung
vorgeprüfter Apothekeranwärter vom 4. Dezember 1973 (BGBl. I S. 1813),
5. des Betäubungsmittelgesetzes und der aufgrund
dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen für den vorstehend unter Nummer1
Buchstabe 1) genannten Adressatenkreis sowie für die staatliche Anerkennung von
Einrichtungen im Sinne von § 35 Abs. 1 Satz 2 und § 36 Abs. 1 BtMG.
6. des Medizinproduktegesetzes (MPG) vom 2.
August 1994 (BGBl. I S. 1963) und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen
Rechtsverordnungen,
7. des Transfusionsgesetzes (TFG) vom 1. Juli
1998 (BGBl. I S. 1752) und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen
Rechtsverordnungen,
8. des Transplantationsgesetzes (TPG) vom 5.
November 1997 (BGBl. I S. 2631) und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen
Rechtsverordnungen.
(3) Zuständige Behörde im Sinne der Verordnung über den Nachweis der
Sachkenntnis im Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln vom 20. Juni
1978 (BGBl. I S. 753) in der jeweils geltenden Fassung ist die Industrie- und
Handelskammer.
(4) Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist zuständige Behörde im Sinne des
Arzneimittelgesetzes in der jeweils geltenden Fassung für die Überwachung nach
§§ 64 – 69, soweit sie die klinische Prüfung in einer Prüfstelle betrifft.
§ 2 (Fn
4)
(1) Die Kreise und kreisfreien Städte nehmen die Aufgaben nach § 1 Abs. 1
und die Landeshauptstadt Düsseldorf die Aufgaben nach § 1 Abs. 4 als
Pflichtaufgaben zur Erfüllung nach Weisung wahr. Die Aufsichtsbehörden können
sich jederzeit über die Wahrnehmung dieser Aufgaben unterrichten lassen.
Aufsichtsbehörden sind die Bezirksregierungen und als oberste Aufsichtsbehörde,
soweit es sich um Arzneimittel handelt, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt
sind, das für das Veterinärwesen, im übrigen
das für das Gesundheitswesen zuständige Ministerium.
(2) Die Aufsichtsbehörden können Weisungen erteilen, um die gesetzmäßige
Erfüllung der Aufgaben nach Absatz 1 zu sichern.
(3) Zur zweckmäßigen Durchführung dieser Aufgaben können
1. das für das Gesundheitswesen zuständige
Ministerium Verwaltungsvorschriften über
- Erlaubnisse, Anordnungen und Untersagungen,
- Apothekenbesichtigungen und Überprüfungen des
Einzelhandels mit Arzneimitteln und Untersuchungen von Arznei- und
Betäubungsmitteln,
- Überwachung der Notdepots für Sera und
Impfstoffe sowie des Verkehrs mit Betäubungsmitteln,
- die fachliche Qualifikation des mit der
Durchführung der Aufgaben betrauten Personals
erlassen, um die gleichmäßige Durchführung der
Aufgaben zu sichern,
2. die Aufsichtsbehörden allgemeine und besondere
Weisungen erteilen, wenn das Verhalten der zuständigen Behörden zur
sachgerechten Aufgabenwahrnehmung nicht geeignet erscheint oder überörtliche
Interessen gefährden kann.
(4) Soweit es sich um Arzneimittel handelt, die zur Anwendung bei Tieren
bestimmt sind, werden die Verwaltungsvorschriften nach Absatz 3 von dem für das
Veterinärwesen zuständigen Ministerium erlassen.
§ 3 (Fn
5) (Fn 7)
(1) Im Rahmen ihrer Zuständigkeit nach § 1 Abs. 2 wird der Bezirksregierung
die Zuständigkeit für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach
- § 97 des Arzneimittelgesetzes,
- § 15 des Gesetzes über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens,
- § 3 des Gesetzes über die Rechtsstellung
vorgeprüfter Apothekeranwärter,
- § 32 des Betäubungsmittelgesetzes
- § 42 Medizinproduktegesetz,
und den aufgrund dieser Gesetze erlassenen Rechtsverordnungen übertragen.
(2) Im übrigen wird die
Zuständigkeit für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach
- § 25 des Gesetzes über das Apothekenwesen,
- § 97 des Arzneimittelgesetzes,
- § 32 des Betäubungsmittelgesetzes,
- § 10 des Gesetzes über den Beruf des
pharmazeutisch-technischen Assistenten,
- § 15 des Gesetzes über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens
und den aufgrund dieser Gesetze erlassenen Rechtsverordnungen den Kreisordnungsbehörden
übertragen.
§ 3a (Fn
8)
(1) Soweit es sich um Arzneimittel handelt, die zur Anwendung bei Tieren
bestimmt sind, ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
(Landesamt) abweichend von
1. § 1 Absatz 1 Nummer 3 zuständige Behörde für die
a) Entgegennahme von Mitteilungen über Tierhaltungen und
Arzneimittelanwendungen nach §§ 58a und 58b des Arzneimittelgesetzes,
b) Übermittlung dieser Daten an die gemeinsame Stelle nach § 58c Absatz 3 des
Arzneimittelgesetzes,
c) Überwachung nach § 69a des Arzneimittelgesetzes von Stoffen, die als
Tierarzneimittel verwendet werden können und
d) Entgegennahme von Anzeigen nach § 73 Absatz 3b Satz 4 des
Arzneimittelgesetzes,
2. § 1 Absatz 2 zuständige Behörde,
3. § 2 Absatz 1 Satz 3 zuständige Aufsichtsbehörde.
(2) Dem Landesamt wird, abweichend von § 3 Absatz 1 und 2, im Umfang seiner
nach Absatz 1 bestimmten Zuständigkeiten die Zuständigkeit für die Verfolgung
und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten übertragen.
§ 4 (Fn
6) (Fn 7)
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1991 in Kraft.
Die Landesregierung
Nordrhein-Westfalen
Hinweis
Wiederherstellung des
Verordnungsranges
(Artikel 196 des Dritten Befristungsgesetzes vom 5.4.2005 (GV. NRW. S.
306))
Die in diesem Gesetz erlassenen oder geänderten Rechtsverordnungen können
aufgrund der jeweils einschlägigen Verordnungsermächtigungen durch
Rechtsverordnung geändert werden.
Fn 1
GV. NW. 1990 S. 659, geändert durch Art. IV d. 2.
Gesetzes zur Änderung d. Heilberufsgesetzes v. 22. 2. 1994 (GV. NW. S. 80),
VO v.2. 5. 1995 (GV. NW. S. 380, ber. S. 575), 30.
4. 1996 (GV. NW. S. 181), Artikel 12 d. Gesetzes zur Stärkung der
Leistungsfähigkeit der Kreise, Städte und Gemeinden in NRW v. 25.11.1997 (GV.
NW. S. 430),Artikel 2 d. VO v. 11.12.2001 (GV. NRW.
S. 871), Artikel 2 der VO vom 29.10.2002 (GV. NRW. 2002 S. 564); VO v.
8.4.2003 (GV. NRW. S. 218), in Kraft getreten am 18. April 2003; VO v.
30.11.2004 (GV. NRW. S. 746), in Kraft getreten am 11. Dezember 2004; Artikel
53 des Dritten Befristungsgesetzes vom 5.4.2005 (GV. NRW. S. 306), in Kraft getreten
am 28. April 2005; VO vom 13. November 2007 (GV. NRW. S. 538), in Kraft
getreten am 30. November 2007; Artikel 35 des Gesetzes vom 11.12.2007 (GV.
NRW. S. 662), in Kraft getreten am 1. Januar 2008; VO vom 4. November 2008
(GV. NRW. S. 684), in Kraft getreten am 26. November 2008; Verordnung vom 3.
Februar 2015 (GV. NRW. S. 210), in Kraft getreten am 11. Februar 2015 und am
1. Oktober 2015; Artikel 1 der Verordnung vom 1. März 2016 (GV. NRW. S. 148),
in Kraft getreten am 17. März 2016; Artikel 1 der Verordnung vom 27. November
2018 (GV. NRW. S. 629), in Kraft getreten am 1. Januar 2019; Artikel 1 der
Verordnung vom 17. Dezember 2019 (GV. NRW. S. 996), in Kraft getreten am 31.
Dezember 2019.
Fn 2
SGV. NW. 2005.
Fn 3
§ 1 zuletzt geändert durch
Verordnung vom 3. Februar 2015 (GV. NRW. S. 210), in Kraft getreten am 11.
Februar 2015.
Fn 4
§ 2 zuletzt geändert durch VO vom 4. November 2008 (GV. NRW. S. 684), in
Kraft getreten am 26. November 2008.
Fn 5
§ 3 (alt § 4) zuletzt geändert durch VO v. 8.4.2003 (GV. NRW. S. 218), in
Kraft getreten am 18. April 2003.
Fn 6
§ 4 (alt § 5) Satz 2 neu angefügt durch Artikel 53 des Dritten
Befristungsgesetzes vom 5.4.2005 (GV. NRW. S. 306), in Kraft getreten am 28.
April 2005 und aufgehoben durch Artikel 1 der Verordnung vom 27. November
2018 (GV. NRW. S. 629), in Kraft getreten am 1. Januar 2019.
Fn 7
§§ 3 u. 4 (alt 4 u. 5) umbenannt durch VO v. 8.4.2003 (GV. NRW. S. 218),
in Kraft getreten am 18. April 2003.
Fn 8
§ 3a eingefügt durch Artikel 35 des Gesetzes vom 11.12.2007 (GV. NRW. S.
662), in Kraft getreten am 1. Januar 2008; zuletzt geändert durch Artikel 1
der Verordnung vom 17. Dezember 2019 (GV. NRW. S. 996), in Kraft getreten am
31. Dezember 2019.