Pflege · Nordrhein-Westfalen

Weiterbildungs- und Prüfungsverordnung für Pflegeberufe (WBVO-Pflege-NRW)

Ausfertigungsdatum:
19.02.2022
1 Vorschrift · Amtliche Fassung →

Weiterbildungs- und Prüfungsverordnung für Pflegeberufe (WBVO-Pflege-NRW)

912 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Anlage 1 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie Lernbereich I. Fallsteuerung im Sinne von Bezugspflege Modul 1.1 Beziehungsgestaltung Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, eine verständigungsorientierte und vertrauensvolle Beziehung im Spannungsfeld zwischen technikintensiven und sozial-kommunikativen Handlungen mit Patienten und Bezugspersonen selbständig zu gestalten. Sie beraten und leiten die Betroffenen an und entwickeln gemeinsam mit ihnen angepasste Bewältigungsstrategien im Umgang mit physischen und emotionalen Belastungssituationen. Entscheidungen für Pflegehandlungen in komplexen Problemsituationen reflektieren und begründen sie auch nach ethischen Prinzipien und übernehmen dafür die Verantwortung. Credits/ Stunden 10 Credits, 70 Std. Theorie, davon 16 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x gestalten selbständig gesundheitsfördernde pflegerische Beziehungen mit kritisch kranken Menschen und ihren Bezugspersonen in einem ausgewogenen Verhältnis von technikintensiven und sozial- kommunikativen Handlungen. x gestalten im komplexen Handlungsfeld der Intensivpflege eine kontinuierliche, verständigungsorientierte und vertrauensvolle Pflegebeziehung mit Patienten bzw. Bezugspersonen auf der Grundlage einer empathischen, kongruenten und wertschätzenden Haltung. x beraten Patienten und ihre Bezugspersonen, leiten Patienten zu angemessenen Selbstpflegehandlungen in kritischen und veränderten Lebenssituationen und ihre Bezugspersonen zur angemessenen Unterstützung der Patienten an. x intervenieren frühzeitig bei unangepassten Kompensations- und Bewältigungsstrategien des Patienten und seinen Bezugspersonen in kritischen Lebenssituationen mithilfe emotional sichernder Handlungen und unterstützen sie bei der Entwicklung konstruktiver Bewältigungsstrategien. x beraten und leiten Patienten mit eingeschränkten Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeiten und ihre Bezugspersonen in der Anwendung relevanter Kommunikationsmodelle und -hilfen an. x entwickeln professionelle Bewältigungsstrategien im Umgang mit eigenen psychischen Anforderungen und emotionalen Belastungen sowie daraus resultierenden unangepassten Bewältigungsformen. x reflektieren eigene Werte, Auffassungen und Überzeugungen im Zusammenhang mit aktuellen ethischen Problemstellungen im intensivpflegerischen und anästhesiologischen Kontext und nehmen aktiv an berufsethischen Entscheidungsprozessen teil. x begleiten Sterbeprozesse unter den besonderen Bedingungen der Intensivpflege und in der Anästhesie professionell und integrieren verantwortungsbewusst die Bezugspersonen des Sterbenden. x reflektieren ihr Handeln und begründen fachlich fundiert pflegerische Entscheidungen gegenüber Pflegenden und dem interdisziplinären Team. Inhalte x Ausgewählte Handlungskonzepte der Bewältigung von Stress sowie Modelle der Krankheitsbewältigung (beispielhaft) und daraus resultierende Strategien x Professionelle Gestaltung der Rollenbeziehung in den verschiedenen Handlungsfeldern der Intensivpflege und in der Anästhesie x Ausgewählte Kommunikationsmodelle und -hilfen für Menschen jeden Alters in spezifischen intensivpflegerischen und anästhesiologischen Pflegesituationen x Konzepte zur Beratung, Unterstützung und Anleitung von Patienten aller Altersgruppen und Bezugspersonen hinsichtlich angemessener Pflegehandlungen besonders bei eingeschränkter Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit x Modelle der Entscheidungsfindung bei ethischen Problemstellungen und Anwendung auf häufige Problemsituationen, z. B. Therapiebegrenzung oder -abbruch x Ethische Konfliktsituationen: z. B. Hirntod, Organerhaltung und Explantation, Opfer von Gewalt/Kindesmisshandlung Erläuterung der Begriffe: Teilnehmer: schließt Teilnehmerinnen ein Patient: schließt die gesamte Lebensspanne eines Menschen ein Bezugsperson: umfasst Eltern, Angehörige, Freunde, soziales Netz, etc. Selbststudium: ist eine zeitlich, räumlich und inhaltlich von der Weiterbildungsstätte bestimmte Unterrichtsveranstaltung Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 913 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie Lernbereich I. Fallsteuerung im Sinne von Bezugspflege Modul 1.2 Fallsteuerung Modulbeschrei- Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie die Fallsteuerung im stationären und ambulanten bung Setting der Intensivpflege und Pflege in der Anästhesie verantwortlich gestalten und die Aufgaben unter Nutzung der jeweiligen Tätigkeitsspielräume initiieren, selbständig managen und evaluieren können. Zu den Aufgaben gehört die Koordination integrativer Behandlungs- und Versorgungsleistungen in Zusammenarbeit mit den beteiligten Berufsgruppen. Sie sind in der Lage, Konzepte der Begleitung und Anleitung für Patienten und Bezugspersonen unter Einbeziehung des sozialen Umfelds kreativ umzusetzen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Credits/ Stunden 10 Credits, 60 Std. Theorie, davon 16 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x schätzen selbständig auf der Basis einer fallorientierten Diagnostik die Gesundheitsprobleme und den Unterstützungsbedarf mit dem Patienten und seinen Bezugspersonen ein und entwickeln ein integratives Versorgungskonzept. x moderieren interdisziplinäre Fallbesprechungen und koordinieren ausgerichtet am konkreten Unterstützungsbedarf eine systematische Vernetzung aller Dienstleister. x managen selbständig und im Sinne einer qualitätssichernden gesundheitlichen Versorgung die Aufnahme und Entlassung von Patienten der Intensivpflege und Pflege in der Anästhesie sowie die Überleitung von Patienten in ein anderes Setting. x zeigen sich verantwortlich für die Steuerung, Durchführung und Evaluation der geplanten integrativen Versorgung des Patienten und berücksichtigen dabei ökonomische Rahmenbedingungen. x initiieren und koordinieren erforderliche Rehabilitations- und Förderangebote durch andere Berufsgruppen, evaluieren und revidieren diese unter einer gemeinsamen Zielsetzung im interdisziplinären Team. x beraten Patient und Bezugspersonen in der bedarfsgerechten Gestaltung des persönlichen Lebensumfeldes. x schätzen den Begleitungs- und Schulungsbedarf von Patient und Bezugspersonen frühzeitig ein, initiieren und evaluieren Begleitungs- und Schulungsangebote mit der Zielsetzung einer größtmöglichen Partizipation des Betroffenen. x reflektieren die Bedeutung der intensivpflegerischen Versorgung im häuslichen Bereich für Patient und Bezugspersonen und berücksichtigen dabei ethische Erkenntnisse. x reflektieren ihre Rollen und Aufgaben und als professionelle Fachperson für Intensivpflege und Anästhesie. Inhalte x Die Bedeutung der Fallsteuerung aus berufs- und gesundheitspolitischer Perspektive (beispielhaft) x Die Rollen und Aufgaben der fallsteuernden Fachkraft auf der Fall– und Systemebene in den verschiedenen Handlungsfeldern der Intensivpflege und Pflege in der Anästhesie x Ausgewählte Konzepte des Aufnahme-, Entlassungs- und Überleitungsmanagements in stationären und ambulanten Handlungsfeldern, Expertenstandard zum Entlassungsmanagement x Exemplarische Gestaltung eines Fall- und Systemmanagements im stationären und ambulanten Bereich der Intensivpflege und/oder Pflege in der Anästhesie x Konzepte der Begleitung und Schulung von Patienten und Bezugspersonen im Rahmen des Fall- und Systemmanagements x Finanzierungsmöglichkeiten von Versorgungsleistungen in stationären und ambulanten Handlungsfeldern (SGB V. Diagnosis Related Groups Pflegebudget, etc.) 914 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie Lernbereich II. Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 2.1 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen mit bewusstseins-, wahrnehmungs- und entwicklungsbeeinträchtigten Menschen Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, in komplexen Pflegesituationen theoriegeleitete Konzepte der Frühförderung und Rehabilitation bei wahrnehmungs- und bewusstseinsbeeinträchtigten Patienten fallbezogen zu übertragen, entsprechende Interventionen zu planen, umzusetzen und auszuwerten. Sie nutzen dazu Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft und relevanten wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen und bringen diese problemlösend im Sinne einer gemeinsamen Zielsetzung im interdisziplinären Team ein. Sie sind in der Lage, auf Basis detaillierter Fachkenntnisse bei intensivmedizinischen Interventionen mitzuwirken und in kritischen Situationen selbständig Sofortmaßnahmen einzuleiten, durchzuführen und zu koordinieren. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 16 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x integrieren pflegewissenschaftliche, wahrnehmungs- und entwicklungspsychologische sowie neurophysiologische und psychologische Theorien und Konzepte der Bewusstseins- und Wahrnehmungsfähigkeit in die Pflege. x reflektieren kritisch ihre eigenen Vorstellungen hinsichtlich der Krankheitsbewältigung von Patienten mit Wahrnehmungs- und Bewusstseinsbeeinträchtigungen und das eigene professionelle Handeln. x erheben gezielt über ausgewählte Instrumente und medizinische Techniken diagnostische Daten zum Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand, werten diese auf Basis detaillierter Fachkenntnisse der Neurophysiologie und Pathophysiologie aus und nutzen sie zu einer differenzierten Situationsanalyse. x gestalten selbständig die Vor- und Nachbereitung diagnostischer und therapeutischer Verfahren und assistieren zielgerichtet auch in kritischen Situationen unter Beachtung hygienischer, ökonomischer und organisatorischer Erfordernisse. x wirken bei der medizinischen Therapie verantwortlich mit und leiten in unvorhergesehenen und kritischen Situationen begründet und zielgerichtet Änderungen in Kooperation mit dem Arzt ein. x leiten frühzeitig auf mehrere Körpersinne ausgerichtete Kommunikations- und Förderangebote ein, führen diese fall- und situationsorientiert durch und werten sie aus. x nutzen Möglichkeiten einer gesundheitsfördernden und Lebensqualität sichernden Gestaltung im stationären und ambulanten Setting bei Patienten mit Bewusstseins- und Wahrnehmungseinschränkungen. Inhalte x Physiologie und Pathophysiologie des Nervensystems einschließlich angeborener Fehlbildungen (beispielhaft) x Klinische, laborchemische und apparative Diagnostik der Wahrnehmung und des Bewusstseins x Intensivtherapie bei Erkrankungen des Nervensystems x Konzepte der Frühförderung und Rehabilitation zur Bewusstseins- und Wahrnehmungsförderung, z. B.: Basale Stimulation / Kommunikation in der Intensivpflege, Konzept nach Bobath, Dialogaufbau in der Frühphase hirnverletzter Patienten, Entwicklungsförderung bei Frühgeborenen x Fallorientierte Intensivpflege am Beispiel komplexer Handlungssituationen unter Einbezug des gesamten Hilfesystems, z. B.: o das frühgeborene Kind o der komatöse Patient o der verwirrte Patient o der Patient mit SHT o der Intensivpatient mit neurologischer Erkrankung im häuslichen Umfeld Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 915 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie Lernbereich II. Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 2.2 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen mit atmungsbeeinträchtigten Menschen Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer entwickeln in komplexen Pflegesituationen mit atmungsbeeinträchtigten Menschen invasive und nicht invasive Strategien der Be-/Atmung und des Weanings sowie Präventivmaßnahmen, wenden diese an und werten sie aus. Sie nutzen dazu Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft und relevanten wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen und bringen diese problemlösend im interprofessionellen Team ein. Sie sind in der Lage, auf Basis detaillierter Fachkenntnisse der Atemfunktionen und der Medizintechnik verantwortlich bei intensivmedizinischen Interventionen mitzuwirken und in kritischen Situationen selbständig Sofortmaßnahmen einzuleiten, durchzuführen und zu koordinieren. Credits/ Stunden 10 Credits, 60 Std. Theorie, davon 8 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x handeln in Situationen mit atmungsbeeinträchtigten Menschen auf Basis detaillierter Fachkenntnisse der Physiologie und Pathophysiologie sowie aktueller (pflege-)wissenschaftlicher Erkenntnisse. x wenden Methoden der klinischen und apparativen Atemüberwachung an, werten die ermittelten Parameter auf Basis detaillierter Fachkenntnisse aus und nutzen sie unter Hinzuziehung weiterer relevanter Informationen zu einer differenzierten Situationsanalyse. x gestalten selbständig die Vor- und Nachbereitung diagnostischer und therapeutischer Verfahren und assistieren zielgerichtet auch in kritischen Situationen unter Beachtung hygienischer, ökonomischer und organisatorischer Erfordernisse. x wirken bei der medizinischen Therapie und der Anwendung von Medizinprodukten zur Unterstützung der Atemfunktionen verantwortlich mit und leiten in unvorhergesehenen und kritischen Situationen begründet und zielgerichtet Änderungen in Kooperation mit dem Arzt ein. x entwickeln fall- und situationsorientiert Strategien zur apparativen und nicht apparativen Unterstützung und Förderung der Atmung, gestalten gezielt das Weaning vom Respirator und werten die Wirkung des medizinisch-pflegerischen Angebotes aus. x planen selbständig präventive Pflegemaßnahmen bei beatmeten und nicht beatmeten Menschen, führen sie fall- und situationsorientiert durch und werten sie aus. x nutzen Möglichkeiten einer gesundheitsfördernden und Lebensqualität sichernden Gestaltung des Umfelds von atmungsbeeinträchtigten Menschen. Inhalte x Physiologie und Pathophysiologie des Atmungssystems (beispielhaft) x Klinische, laborchemische und apparative Überwachung der Atmungsfunktion x Intensivtherapie zur Unterstützung der Atmung und Atemfunktion x Grundlagen der Beatmung, Konzepte der invasiven und nicht invasiven Beatmung, Weaningkonzepte x Konzepte der Atemschulung, der pharmakologischen und physikalischen Atemtherapie, des Lagerungsmanagements x Pflegetherapeutische Maßnahmen im Zusammenhang mit invasiver und nicht invasiver Atemunterstützung, z. B. endotracheales Absaugen, Versorgung von Tracheostoma x Fallorientierte Intensivpflege am Beispiel komplexer Handlungssituationen unter Einbezug des gesamten Hilfesystems, z. B.: o das Frühgeborene mit Atemnotsyndrom o der Patient mit akutem Lungenversagen o der Patient mit schwierigem Weaning o der langzeitbeatmete Patient im häuslichen Umfeld 916 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie Lernbereich II. Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 2.3 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen mit herzkreislaufbeeinträchtigten Menschen Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, in komplexen Pflegesituationen mit herzkreislaufbeeinträchtigten Menschen qualitätsorientiert und auf der Basis detaillierter Fachkenntnisse des Herzkreislaufsystems und spezifischer Kenntnisse über medizintechnische, pharmakologische und invasive Methoden zu handeln. Sie entwickeln selbständig situations- und fallbezogene Pflegeangebote und evaluieren die Wirkung der Pflege. Dazu nutzen sie Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft und relevanten wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen und bringen diese problemlösend im interprofessionellen Team ein. Sie sind in der Lage, in lebensbedrohlichen Notfallsituationen die kardiopulmonale Reanimation und Frühdefribillation einzuleiten, durchzuführen und zu koordinieren. Credits/ Stunden 10 Credits, 50 Std. Theorie, davon 8 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x handeln in Situationen mit herzkreislaufbeeinträchtigten Menschen auf der Basis detaillierter Fachkenntnisse der Physiologie, Pathophysiologie und Psychologie sowie aktueller (pflege-) wissenschaftlicher Erkenntnisse. x wenden Methoden der klinischen und apparativen Überwachung des Herzkreislaufsystems an, werten die ermittelten Parameter auf Basis detaillierter Fachkenntnisse aus und nutzen sie unter Hinzuziehung weiterer relevanter Informationen zu einer differenzierten Situationsanalyse. x gestalten selbständig die Vor- und Nachbereitung (nicht-) invasiver, diagnostischer und therapeutischer Verfahren und assistieren zielgerichtet auch in kritischen Situationen unter Beachtung hygienischer, ökonomischer und organisatorischer Erfordernisse. x wirken bei der medizinischen Therapie und der Anwendung von Medizinprodukten zur Unterstützung der Herzkreislauffunktion verantwortlich mit und leiten in unvorhergesehenen und kritischen Situationen begründet und zielgerichtet Änderungen in Kooperation mit dem Arzt ein. x gestalten selbständig fall- und situationsorientiert Strategien zur Versorgung, Unterstützung und Förderung des herzkreislaufbeeinträchtigten Menschen, auch unter Berücksichtigung der psychischen Situation und werten die Wirkung aus und entwickeln das medizinisch-pflegerischen Angebotes weiter. x leiten selbständig kardiopulmonale Reanimationstechniken in lebensbedrohlichen Notfallsituationen ein, führen diese durch und koordinieren hierfür erforderliche Abläufe im stationären und ambulanten Setting. Inhalte x Physiologie und Pathophysiologie der Herz-Kreislauffunktion einschließlich angeborener Herzfehler (beispielhaft) x Klinische, laborchemische und apparative Überwachung der Herzkreislauffunktion x Intensivtherapie zur Unterstützung der Herzkreislauffunktion x Invasive und medizintechnische Interventionen zur Diagnostik und Unterstützung der Herzkreislauffunktion x Pflegekonzepte und psychosozial orientierte Pflegeangebote bei beeinträchtigter Herzkreislauffunktion. x Handlungsabläufe (Algorithmus) der kardiopulmonalen Reanimation und Frühdefribillation, Analyse von Notfallsituationen x Fallorientierte Intensivpflege am Beispiel komplexer Handlungssituationen unter Einbezug des gesamten Hilfesystems, z. B.: o die Erstversorgung/Reanimation von Früh- und Neugeborenen o der Patient mit angeborenem Herzfehler o postoperative Versorgung eines Patienten nach Herzoperation mit Beteiligung der Herzlungenmaschine (z. B. ACVB, Herzklappenersatz) o der Patient mit Myokardinfarkt, Herzrhythmusstörungen o der Patient mit Schock und Multiorganversagen Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 917 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 2.4 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen mit abwehrgeschwächten und an Infektionen leidenden Menschen Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, komplexe Pflegesituationen mit abwehrgeschwächten und an Infektionen leidenden Menschen qualitätsorientiert zu gestalten und auszuwerten. Dabei integrieren sie Wissen aus den Bereichen der Hygiene, Mikrobiologie und Epidemiologie und nutzen Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft. Sie intervenieren präventiv und problemlösend im Sinne einer gemeinsamen Zielsetzung der Behandlung und gesundheitlichen Versorgung im interprofessionellen Team. Sie stellen unter Beweis, dass sie auf Basis detaillierter Fachkenntnisse des Immunsystems und blutbildenden Systems verantwortlich bei intensivmedizinischen Interventionen mitwirken können. Credits/ Stunden 5 Credits, 40 Std. Theorie, davon 8 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x handeln in Situationen mit abwehrgeschwächten, infektionsgefährdeten und an Infektionen leidenden Menschen auf der Basis detaillierter Fachkenntnisse der Physiologie und Pathophysiologie des Immunsystems und des blutbildenden Systems. x handeln auf der Basis aktueller epidemiologischer Erkenntnisse über nosokomiale Infektionen in der Intensivmedizin. x analysieren die komplexe gesundheitliche Problemsituation von abwehrgeschwächten, infektionsgefährdeten und an Infektionen leidenden Menschen mithilfe klinischer, mikrobiologischer und apparativer Diagnostik, werten die ermittelten Parameter auf Basis detaillierter Fachkenntnisse aus und nutzen sie unter Hinzuziehung weiterer relevanter Informationen zu einer differenzierten Situationsanalyse. x wirken bei medizinischer Therapie zur Unterstützung des Immunsystems und des blutbildenden Systems verantwortlich mit und leiten in unvorhergesehenen und kritischen Situationen begründet und zielgerichtet Änderungen in Kooperation mit dem Arzt ein. x gestalten selbständig, fall- und situationsorientiert die intensivpflegerische Versorgung von abwehrgeschwächten, infektionsgefährdeten und an Infektionen leidenden Menschen, evaluieren die Wirkung der Pflege und revidieren die Planung. x setzen begründet physikalische und medikamentöse Methoden der Temperaturregulation ein und nehmen zielgerichtet Änderungen in Kooperation mit dem behandelnden Arzt vor. x wenden Methoden der Wundbehandlung auf der Basis aktueller und detaillierter Fachkenntnisse an und werten sie aus. x initiieren die erforderlichen individuellen Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen und die notwendige Umfeldgestaltung zur Infektionsprävention und setzen diese situationsorientiert und verantwortlich um. x beraten Patienten und ihre Angehörigen und leiten sie zur Durchführung der notwendigen Hygienemaßnahmen an. Inhalte x Physiologie und Pathophysiologie des Immunsystem und des blutbildenden Systems (beispielhaft) x Epidemiologie nosokomialer Infektionen und Maßnahmen des Hygienemanagements x Mikrobiologisches Monitoring x Klinische und laborchemische Überwachung des Immunsystems und blutbildenden Systems x Intensivtherapeutische Maßnahmen bei Abwehrschwäche, Infektion und Organtransplantation, einschließlich der Steuerung von Isolationsmaßnahmen und deren Auswirkung auf den Menschen und sein soziales System x Pflegerische und therapeutische Maßnahmen bei erhöhter bzw. erniedrigter Körpertemperatur x Physiologie und Pathophysiologie der Wundheilung - Wundmanagement x Fallorientierte Intensivpflege am Beispiel komplexer Handlungssituationen unter Einbezug des gesamten Hilfesystems, z. B.: o der Patient nach Organtransplantation (z. B. Herztransplantation, Knochenmarktransplantation) o der Patient mit multiresistenten Keimen o der Patient mit Sepsis o der Patient mit Leukämie o der Intensivpatient mit Infektionen im häuslichen Umfeld 918 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie Lernbereich II. Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 2.5 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen mit bewegungsbeeinträchtigten Menschen Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, in der Intensivpflege theoriegeleitete Konzepte zur Erhaltung und Förderung der Bewegungsfähigkeit situations- und fallbezogen zu entwickeln, Strategien zu planen, frühzeitig im Hinblick auf die Risiken der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit zu intervenieren, qualitätsorientiert zu handeln und zu evaluieren. Zur Lösung komplexer Problemsituationen nutzen sie Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft und relevanten wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen und bringen diese reflexiv im Sinne einer gemeinsamen Zielsetzung im interprofessionellen Team ein. Sie sind in der Lage, auf Basis detaillierter Fachkenntnisse des Bewegungsapparates und der damit im Zusammenhang stehenden Störungen bei intensivmedizinischen Interventionen mitzuwirken, diese zu überprüfen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Credits/ Stunden 5 Credits, 40 Std. Theorie, davon 8 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x handeln in Situationen mit Menschen, bei denen in Folge von Krankheit, Trauma oder medizinischer Therapie eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit vorliegt, auf der Basis detaillierter Fachkenntnisse der Physiologie und Pathophysiologie des Bewegungsapparates und der damit im Zusammenhang stehenden Störungen. x setzen sich diskursiv mit pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen zur Prävalenz der Dekubitusentstehung unter intensivmedizinischen, prä-, intra- sowie postoperativen Bedingungen, der Dekubituseinschätzung sowie mit präventiven und kurativen Maßnahmen auseinander. x erfassen systematisch die Bewegungsfähigkeit und Dekubitusgefährdung eines Patienten, werten die ermittelten Daten auf Basis detaillierter Fachkenntnisse aus und nutzen sie unter Hinzuziehung weiterer relevanter Informationen zu einer differenzierten Situationsanalyse. x entwickeln selbständig Konzepte, um Risiken und mögliche Folgeschäden einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit zu minimieren und die Bewegung zu fördern. Sie gestalten, koordinieren und evaluieren die entsprechenden Pflegemaßnahmen und setzen bewegungsfördernde Konzepte bei kritisch Kranken fall- und situationsgerecht um. x analysieren und bewerten die komplexe gesundheitliche Problemsituation von Menschen mit schwerem Polytrauma, schwerer Verbrennung und Querschnittslähmung und wirken auf Basis der ermittelten Daten und detaillierter Fachkenntnisse bei medizinischen Interventionen und Behandlungen verantwortlich mit. x wählen selbständig fall- und situationsorientiert Medizinprodukte für Menschen mit beeinträchtigter Bewegungsfähigkeit aus, beherrschen die Anwendung und nehmen auch in unvorhergesehenen und kritischen Situationen begründet und zielgerichtet Änderungen in Kooperation mit dem behandelnden Arzt vor. Inhalte x Physiologie und Pathophysiologie des Bewegungssystems (beispielhaft) x Prävalenz der Dekubitusentstehung in der Intensivpflege und im prä-, intra- und postoperativem Umfeld, spezifische Assessmentverfahren, Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe, Dekubitusmanagement x Einschätzung der Bewegungsfähigkeit, Mobilisations- und Bewegungskonzepte zur Erhaltung, Förderung und Unterstützung der Bewegungsfähigkeit in der Intensivpflege x Spezielle Liege- und Transportsysteme in der Intensivpflege und im prä-, intra- und postoperativen Umfeld x Fallorientierte Intensivpflege am Beispiel komplexer Handlungssituationen unter Einbezug des gesamten Hilfesystems, z. B.: o das Kind mit Behinderungen des Bewegungssystems (z. B. Cerebralparese, Spastik) o der Patient mit Polytrauma o der Patient mit Verbrennungskrankheit o der Intensivpatient mit Bewegungsbeeinträchtigung im häuslichen Umfeld Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 919 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie Lernbereich II. Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 2.6 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen mit Menschen mit Beeinträchtigung der Ernährung, der Ausscheidung und des Stoffwechsels Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in komplexen und kritischen Situationen der Intensivpflege frühzeitig mit theoriegeleiteten Strategien zur Unterstützung der Ernährungs-, Stoffwechsel- und Ausscheidungsfunktion intervenieren und qualitätsorientiert handeln können. Dabei nutzen sie Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft und relevanten wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen und bringen diese reflexiv im Sinne einer gemeinsamen Zielsetzung in das interprofessionelle Team ein. Sie sind in der Lage, auf Basis detaillierter Fachkenntnisse über Energie- und Flüssigkeitshaushalt, Stoffwechsel- und Ausscheidungsfunktion bei intensivmedizinischen Interventionen verantwortlich mitzuwirken. Credits/ Stunden 5 Credits, 40 Std. Theorie, davon 8 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x integrieren in die Pflege wissenschaftliche Erkenntnisse aus relevanten Bezugsdisziplinen, die sich mit dem Energie-, Flüssigkeits- und Nährstoffbedarf von Intensivpatienten im stationären und ambulanten Setting auseinandersetzen. x handeln in der Intensivpflege auf Basis detaillierter Fachkenntnisse der Physiologie und Pathophysiologie der Niere einschließlich des Säure-Basen- sowie Wasser- und Elektrolythaushaltes. x integrieren in ihre Einschätzung des Ernährungs- und Flüssigkeitszustandes, sowie der Stoffwechsel- und Ausscheidungsfunktion klinische und laborchemische Parameter, werten die ermittelten Daten aus und nutzen sie unter Hinzuziehung weiterer relevanter Informationen zu einer differenzierten Situationsanalyse. x gestalten selbständig die Vor- und Nachbereitung medizinischer Verfahren und assistieren zielgerichtet auch in kritischen Situationen unter Beachtung hygienischer, ökonomischer und organisatorischer Erfordernisse. x wirken verantwortlich und auf Basis detaillierter Fachkenntnisse bei einer angepassten Strategie zur Behandlung des gestörten Ernährungs- und Flüssigkeitshaushaltes und der gestörten Ausscheidung mit und leiten in unvorhergesehenen und kritischen Situationen begründet und zielgerichtet Änderungen in Kooperation mit dem Arzt ein. x beherrschen die Anwendung von Medizinprodukten, die zur Unterstützung der Stoffwechsel-, Ernährungs- und Flüssigkeitssituation und Nierenfunktion eingesetzt werden und nehmen auch in unvorhergesehenen und kritischen Situationen begründet und zielgerichtet Änderungen in Kooperation mit dem behandelnden Arzt vor. x entwickeln selbständig Strategien zur Förderung der Nahrungsaufnahme, planen und koordinieren die hierfür erforderlichen Abläufe und beurteilen die Wirkung der Pflege. Inhalte x Physiologie und Pathophysiologie des Stoffwechsels einschließlich angeborener Stoffwechseldefekte (beispielhaft) x Physiologie und Pathophysiologie des Gastrointestinaltraktes und der Niere einschließlich des Säure- Basen- und Wasser-/Elektrolythaushaltes x Klinische, laborchemische Diagnostik und Überwachung der Stoffwechsel- und Ausscheidungsfunktion x Intensivtherapeutische Maßnahmen bei beeinträchtigter Ausscheidungsfunktion, bei beeinträchtigter Ernährungs- und Stoffwechselfunktion sowie bei Postaggressionsstoffwechsel x Strategien und Konzepte der parenteralen Flüssigkeits- und Nährstoffzufuhr und der enteralen Ernährung in der Intensivmedizin x Pflegeangebote zur Unterstützung der Ernährungssituation und Nahrungsaufnahme (z. B. bei Schluckstörungen) x Fallorientierte Intensivpflege am Beispiel komplexer Handlungssituationen unter Einbezug des gesamten Hilfesystems, z. B. o der Patient nach abdominellem Eingriff o der Patient mit akuter Pankreatitis, Ileus, Peritonitis, nekrotisierender Enterocolitis o der Patient mit dysreguliertem Stoffwechsel o der Patient mit akutem Nierenversagen o der Intensivpatient mit Schluckstörungen o der Patient mit künstlicher Ernährung im häuslichen Umfeld o der Patient mit angeborenen Fehlbildungen des Gastrointestinaltraktes 920 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie Lernbereich II. Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 2.7 Professionelles Handeln im prä-, intra- und postoperativem Umfeld Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, dem Anästhesisten auf Basis spezifischer Fachkenntnisse verantwortlich und zielgerichtet zu assistieren und in kritischen Situationen selbständig Sofortmaßnahmen einzuleiten, durchzuführen und zu koordinieren. Dazu nutzen sie Erkenntnisse aus relevanten wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen und bringen diese problemlösend ein. Im Rahmen ihrer Legitimation gestalten sie die Patientenübernahme, die Ein-/Ausleitung und die Durchführung des geplanten Anästhesieverfahrens und die postoperative Phase im Aufwachraum. Sie sind in der Lage, bei postoperativen Schmerzen des Patienten auf Basis spezifischer Fachkenntnisse und in Kooperation mit dem Anästhesisten zu intervenieren und das Schmerzmanagement auch über das prä-, intra- und postoperative Umfeld hinaus zu koordinieren. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 16 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x handeln im klinischen und ambulanten Arbeitsfeld der Anästhesie auf der Basis detaillierter, wissenschaftlich fundierter Fachkenntnisse der Physiologie des Nervensystems, der Pharmakologie und unter Berücksichtigung vorbestehender Erkrankungen des Patienten. x wenden Methoden der klinischen, laborchemischen und apparativen Überwachung in der Anästhesie an und nutzen die ermittelten Parameter unter Hinzuziehung weiterer relevanter Informationen zu einer differenzierten Situationsanalyse im prä-, intra- und postoperativen Umfeld. x gestalten eigenständig die Vor- und Nachbereitung des geplanten Anästhesieverfahrens und im Rahmen der beruflichen Legitimation die Übernahme, Einleitung und Ausleitung des kindlichen und erwachsenen Patienten und koordinieren die dazu erforderlichen Abläufe. x assistieren zielgerichtet auf Basis detaillierter Fachkenntnisse beim Einsatz von Techniken der Allgemein- und Regionalanästhesie, unter Beachtung hygienischer, ökonomischer und organisatorischer Erfordernisse. x beherrschen die Anwendung von pharmakologischen und medizintechnischen Produkten in der Anästhesie und nehmen auch in unvorhergesehenen und kritischen Situationen begründet und zielgerichtet Änderungen in Absprache mit dem Anästhesisten vor. x leiten frühzeitig auf Basis detaillierter Fachkenntnisse erste Maßnahmen bei lebensbedrohlichen Komplikationen in der Anästhesie ein, führen diese durch und koordinieren die hierfür erforderlichen Abläufe in Zusammenarbeit mit dem Anästhesisten. x handeln auf Basis detaillierter Fachkenntnisse der postoperativen Phase im Aufwachraum und gestalten eine qualitativ sichere Überleitung des Patienten in das stationäre oder häusliche Umfeld. x schätzen postoperative Schmerzen des kindlichen und erwachsenen Patienten mithilfe klinischer Beobachtung und geeigneter Assessmentinstrumente ein, führen in Kooperation mit dem Arzt eine angepasste Schmerztherapie auf der Basis detaillierter pharmakologischer Fachkenntnisse durch und koordinieren das Schmerzmanagement auch über das prä-, intra- und postoperative Umfeld hinaus. x setzen das erforderliche Hygienemanagement im prä-, intra- und postoperativen Umfeld fall- und situationsorientiert um. Inhalte x Physiologie des Nervensystems und des Schmerzes (beispielhaft) x Anatomische, physiologische und psychische Besonderheiten in der Anästhesie von Säuglingen und Kleinkindern x Pharmakologie in der Anästhesie x Anästhesieverfahren (Techniken der Allgemeinanästhesie und der Regionalanästhesie), dazugehörige Materialien und Atemwegsmanagement x Grundlagen der Narkosegeräte / -systeme und der medizintechnischen Produkte der Anästhesie x Klinische, laborchemische und apparative Diagnostik im prä-, intra- und postoperativen Umfeld x Prä-, intra- und postoperative Flüssigkeitstherapie, Transfusion, Volumentherapie, Thermoregulation x Notfallsituationen in der Anästhesie, Sofortmaßnahmen und Behandlung x Konzepte postoperativen Schmerzmanagements: Assessment und Therapie x Planung, Durchführung und Evaluation des pflegerischen Anästhesiemanagements: Pflege- und Prämedikationsvisite; Übernahme im OP; Ein und Ausleitung, prä-, intra- und postoperative Assistenz, postoperative Pflege im Aufwachraum; Dokumentation in der Anästhesie; Überleitung in das stationäre oder ambulante Umfeld x Fallorientierte Pflege in der Anästhesie am Beispiel komplexer Handlungssituationen, z. B.: der kindliche, erwachsene oder geriatrische Patient in der HNO-/MKG-Chirurgie, Herz-Thorax- und Gefäßchirurgie, Augenchirurgie, Urologie, Orthopädie, Gynäkologie / Geburtshilfe, Neurochirurgie, Allgemeinchirurgie, Notfallversorgung eines Patienten mit Polytrauma Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 921 Fachweiterbildung Operationsdienst Lernbereich I Fallsteuerung Modul 3.1 Beziehungsgestaltung Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, die prä-, intra- und postoperative Pflege unter Analyse und Nutzung der jeweiligen Handlungsspielräume in unterschiedlichen Settings zu gestalten. Sie sind in der Lage, aktuelles Wissen aus den Bereichen der Kommunikation, Interaktion Gruppendynamik und Beratung in ihr Handeln einzubeziehen. Credits/ Stunden 10 Credits, 70 Std. Theorie, davon 14 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x gestalten die prä-, intra- und postoperativen Phasen an den Bedürfnissen der Patienten und Bezugspersonen orientiert, mithilfe des Wissens über verschiedene Beratungsmethoden. x beraten Patienten und deren Bezugspersonen aus ambulanten und stationären Handlungsfeldern. x verfügen über eine professionelle Grundhaltung, die es ihnen ermöglicht, belastende Situationen im perioperativen Umfeld zu bewältigen. x reflektieren ihre Wahrnehmungen, Deutungen, Vorurteile und Gefühle sowie ihr Verständnis der eigenen Berufsrolle. x steuern gruppendynamische Prozesse im Team und initiieren präventive und deeskalierende Strategien in einem komplexen Handlungsfeld. x beraten Kollegen im multiprofessionellen Team fachlich adäquat unter Nutzung ihres Wissens über verschiedene Kommunikationsstile. x vertreten pflegerelevante Einschätzungen und Notwendigkeiten der Intervention im interdisziplinären Team unter Nutzung der Fachsprache und begründen ihr Planen und Handeln im Dialog mit anderen Professionen mit pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen auf der Basis des evidence based nursing, sowie solchen aus den entsprechenden Bezugswissenschaften. Inhalte (beispielhaft) x Berufsrolle/Berufsverständnis x Gestaltung der prä-, intra- und postoperativen Versorgung in unterschiedlichen Settings und unter wechselnden Rahmenbedingungen, unter Analyse und Nutzung der jeweiligen Handlungsspielräume x Beratung von Patienten, Bezugspersonen und Kollegen x Pflege von Sterbenden und verstorbenen Patienten x Anwendung relevanter Kommunikationsmodelle in spezifischen Situationen x Teamphasen und Teamentwicklung x Selbstmanagement 922 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Operationsdienst Lernbereich I Fallsteuerung Modul 3.2 Patientenmanagement Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie Patienten auf der Grundlage eines kritischen Theorie- und Praxisverständnisses betreuen können. Sie sind in der Lage, Behandlungs- und Versorgungsprozesse in der prä-, intra- und postoperativen Versorgung zu planen und zu steuern. Dazu nutzen sie detaillierte Fachkenntnisse aus den Bereichen der Pflegewissenschaft, der Kommunikation und der Fallsteuerung Credits/ Stunden 10 Credits, 60 Std. Theorie, davon 14 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x planen die prä-, intra- und postoperative Versorgung im stationären und ambulanten Handlungsfeld patientenorientiert, führen sie durch und evaluieren sie. x informieren den Patienten über die pflegerischen Interventionen während des OP-Aufenthaltes und sind in der Lage, ihn hinsichtlich des pflegerischen Tätigkeitsfeldes aufzuklären. x gestalten die Übernahme des Patienten in den OP patienten- und situationsgerecht und steuern die weiteren Arbeitsabläufe unter Berücksichtigung von Sicherheit und Wohlbefinden des Patienten. x führen die Umfeldgestaltung im Aufgabengebiet selbstständig in den Bereichen OP-Planung, Saalauslastung, OP-Koordination durch. x gestalten die Übergabe aus dem OP an die nachfolgend betreuenden Personen patientenorientiert und sind in der Lage, die notwendigen Informationen gut strukturiert und kohärent zu übermitteln. x verstehen sich als Verbindungsglied zwischen Patient und den anderen im Handlungsfeld beteiligten Berufsgruppen. x zeigen einen verantwortlichen Umgang mit der besonderen psychischen Situation der Patienten in ihrem Handlungsfeld und können durch die Nutzung verschiedener Kommunikationsstile und Handlungsalternativen darauf reagieren. x sind befähigt, die ihnen anvertrauten und sich anvertrauenden Menschen in ihrer Einzigartigkeit umfassend wahrzunehmen, sie zu achten, wertzuschätzen und das pflegerische Handeln subjektorientiert zu gestalten, unter Berücksichtigung von kulturellen und geschlechtsspezifischen Sichtweisen. x nutzen die Pflegetheorien, -modelle, -konzepte und Pflegestandards, welche für die inhaltliche und organisatorische Arbeit in der operativen Pflege relevant sind, als praktische und theoretische Wissensbasis. Inhalte Grundlagen der Pflege (beispielhaft) x Anwendung ausgewählter Pflegetheorien x Umsetzung des Pflegeprozesses auf den Operationsdienst x Kultursensible Pflege im operativen Arbeitsfeld Patientenvorbereitung x Übernahme des Patienten x Einschleusen des Patienten x Ausschleusen des Patienten x Übergabe des Patienten OP spezifische Pflege x Umfeldgestaltung der operativen Bereiche x Präoperative Pflegevisite und deren Einsatz bei Gesprächen x OP-Planung, Saalauslastung, OP-Koordination x Entwicklung und Erstellung eines Protokolls für die Aufklärungs- und Beratungsgespräche im operativen Arbeitsbereich Clinical Pathways Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 923 Fachweiterbildung Operationsdienst Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 4.1 Professionelles Handeln im Aufgabenbereich der Springertätigkeit Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, auf Grund ihrer speziellen Kenntnisse die prä-, intra- und postoperative Versorgung des Patienten zu gestalten und die Vor- und Nachbereitung der OP- Einheit in ihrem Praxisfeld zu planen, durchzuführen, zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Dazu gewährleisten sie die Einhaltung der Hygienevorschriften, den korrekten Umgang mit Sterilgut, die Vorbereitung der Operationseinheit einschließlich aller benötigten Instrumente und Materialien. Sie übernehmen eigenverantwortlich die Identifikation des Patienten einschließlich der Vorbereitung aller relevanten Unterlagen. Credits/ Stunden 10 Credits, 70 Std. Theorie, davon 12 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x führen eigenverantwortlich, unter Beachtung der hygienischen, ökonomischen, ökologischen und arbeitsablauftechnischen Bedingungen, die Anwendung und Aufbereitung der Geräte und des Zubehörs sowie Inventars in der OP-Einheit durch. x führen die Vorbereitung, Handhabung und Entsorgung von Ver- und Gebrauchsgütern, Arzneimitteln und Präparaten prä-, intra-, und postoperativ durch und entwickeln ein adäquates Zeitmanagement, unter Berücksichtigung der arbeitsorganisatorischen Bedingungen. x gestalten die Patientenvorbereitung im perioperativen und operativen Umfeld einschließlich der verschieden Patientenlagerungen nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. x führen die notwendigen Prophylaxen unter Berücksichtigung von Besonderheiten im Einzelfall aus. x reagieren auf sich verändernde Rahmenbedingungen in der Vorbereitungsphase und schätzen die Konsequenzen für das weitere operative Vorgehen in ihrem Handlungsfeld ab. x übernehmen intraoperativ das Schnittstellenmanagement. x koordinieren und leiten Hilfskräfte im Bezug auf die spezielle Situation der Arbeit im OP an. x überwachen die hygienischen Arbeitsbedingungen in der intraoperativen Sterilzone und deren Umfeld und gewährleisten reibungslose und störungsfreie Abläufe. x arbeiten verantwortlich auf Basis der speziellen rechtlichen Grundlagen in ihrem Arbeitsgebiet. Inhalte Präoperative Patientenversorgung (beispielhaft) x Prinzipien der Patientenlagerung x Prophylaxen x Wärmemanagement x Anlage der Neutralelektrode x Blutsperre/ Blutleere Vor- und Nachbereitung der OP-Einheit Vorbereiten und Arbeiten in der Sterilzone Präparateversorgung Rechtliche Grundlagen 924 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Operationsdienst Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 4.2 Professionelles Handeln im Aufgabenbereich der Instrumentiertätigkeit Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, die speziellen Kenntnisse zur Vorbereitung der OP- Einheit, zur Instrumentation und zum Informationsmanagement auch unter sich ändernden Bedingungen auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Sie sind in der Lage, eine sterile Vorbereitung der OP-Einheit zu gewährleisten, intraoperativ situationsgerecht zu instrumentieren sowie eine laufende Zählkontrolle aller Ge- und Verbrauchsgüter durchzuführen. Sie können die beteiligten Teammitglieder und die Prozesse in ihrem Arbeitsfeld vorausschauend steuern. Credits/ Stunden 10 Credits, 70 Std. Theorie, davon 12 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x instrumentieren in verschiedenen Settings fachgerecht und sind in der Lage, das notwendige Arbeitsmaterial auf der Basis ihres Wissens über Instrumentier- und Materialkunde vorzubereiten, anzuwenden und zu kontrollieren und entwickeln ein adäquates Zeitmanagement unter Berücksichtigung der arbeitsorganisatorischen Bedingungen. x bereiten unter Beachtung der hygienischen, ökonomischen und arbeitsablauftechnischen Bedingungen die OP-Einheit vor und nach, übernehmen die verantwortliche Kontrolle des einwandfreien Zustandes der Arbeitseinheit und steuern den Gesamtablauf in der intraoperativen Sterilzone. x evaluieren die Arbeitsabläufe in ihrem Handlungsfeld und nehmen notwendige Veränderungen vor. x reagieren auf sich verändernde Bedingungen prä-, intra-, und postoperativ frühzeitig, schätzen die Konsequenzen für das weitere Vorgehen in ihrem Handlungsfeld ab und steuern die beteiligten Teammitglieder vorausschauend. x steuern die Prozesse in ihrem Arbeitsfeld, indem sie die Kommunikation am OP-Tisch beobachten und entsprechende Informationen an andere Teammitglieder weiterleiten. Inhalte x Vor- und Nachbereitung einer OP-Einheit (beispielhaft) ƒ Aufbau der Sterilzone ƒ Aufbau der sterilen Tische ƒ Platzierung der Instrumente x operationsspezifische Annnahme, Handhabung und Entsorgung der sterilen Ver- und Gebrauchsgüter und Arzneimittel x situationsgerechte Instrumentation x Zählkontrolle x Versorgung von Präparaten x Geräteeinweisung x Instrumentenkunde x Materialkunde x Kosten-Nutzen Analyse Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 925 Fachweiterbildung Operationsdienst Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 4.3 Pflegerisches Handeln in der prä-, intra- und postoperativen Versorgung bei spezifischen Gesundheitsproblemen Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, ihr umfassendes Wissen und Verständnis der Operationslehre, Pathophysiologie, Infektionsprophylaxe in ausgewählten Systemen auf die Praxis zu übertragen. Sie können Veränderungen in ihrem Handlungsfeld, die sich durch Risikogruppen und verschiedene Altersstufen der Patienten ergeben, berücksichtigen und ihre Arbeitsabläufe flexibel anpassen. Credits/ Stunden 10 Credits, 60 Std. Theorie, davon 12 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x führen die notwendigen Vorbereitungen und Prophylaxen im Umfeld unter Einbeziehung ihres Wissens über präoperative Risiken durch. x sind in der Lage, in den ausgewählten Fachbereichen auf der Basis ihrer umfassenden theoretischen und praktischen Kenntnisse sowohl die Springertätigkeit wie auch die Instrumentiertätigkeit zu übernehmen. x nehmen die krankheitsspezifischen Besonderheiten in ihre Handlungsplanung auf und können Teammitglieder vorausschauend instruieren. x können Veränderungen, die sich bei Risikogruppen und in verschiedenen Alterstufen ergeben, in ihrem Handlungsfeld berücksichtigen und die Abläufe flexibel anpassen. x sind vertraut mit Infektionen und postoperativen Komplikationen, die in den Handlungsfeldern auftreten können und reagieren in kritischen Situationen flexibel und adäquat. Inhalte Spezielle Pathophysiologie bei invasiven Eingriffen (beispielhaft) Operationsspezifische Grundlagen: x des Wasser- und Elektrolythaushaltes x des Energie- und Wärmehaushaltes x des Stoffwechsels x des Blutbildungs- und Blutgerinnungssystems Operationslehre einschließlich spezieller Pathophysiologie des: x Bewegungs- und Stützsystems x Nerven- und Sinnessystems x Atmungssystems, Herz- und Gefäßsystems x Verdauungssystems, Endokrinen Systems x Urogenitalsystems Instrumentation im Bereich des: x Bewegungs- und Stützsystems x Nerven- und Sinnessystems x Atmungssystems, Herz- und Gefäßsystems x Verdauungssystems, Endokrinen Systems x Urogenitalsystems Präoperative Risiken Postoperative Komplikationen Infektionen und Infektionsschutz Risikogruppen 926 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Operationsdienst Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 4.4 Notfallmanagement Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, ihr Wissen über lebenserhaltende Maßnahmen und Notfallpläne auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Sie können lebenserhaltende Maßnahmen einleiten und mit ihrem fachspezifischen Wissen in einem multiprofessionellen Team auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen arbeiten. Credits/ Stunden 5 Credits 40 Std. Theorie, davon 8 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer Reanimation x leiten lebenserhaltende Maßnahmen bis zum Eintreffen des Arztes ein und koordinieren sie. x arbeiten mit ihrem fachspezifischen Wissen in einem multiprofessionellen Team. Brand- und Katastrophenschutz x nutzen ihr umfangreiches Wissen über Notfallplanung, um in einem Brand- und/oder Katastrophenfall zur Schadensminimierung beizutragen. x reagieren auf sich verändernde Rahmenbedingungen in einem Brand- und/oder Katastrophenfall, schätzen die Konsequenzen für das weitere operative Vorgehen in ihrem Handlungsfeld ab, steuern die beteiligten Mitarbeiter vorausschauend und arbeiten mit ihrem fachspezifischen Wissen in einem multiprofessionellen Team. Inhalte x Reanimationsworkshop (beispielhaft) x Management von lebensbedrohlichen Situationen x Brand- und Katastrophenschutzübungen x Notfallplan x Klimatechnik x Bau- und Wegetechnik Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 927 Fachweiterbildung Operationsdienst Lernbereich III Prozesssteuerung Modul 5.1 Arbeitsorganisation Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, ihr umfassendes Wissen und Verständnis aus den Bereichen der Kommunikation, der Personalführung und der Arbeitsorganisation in ihr Handlungsfeld zu übertragen. Sie können einen reibungslosen Arbeitsablauf unter Analyse der jeweiligen Situation (Material, Personal, Patient) gestalten, evaluieren und gegebenenfalls weiterentwickeln. Sie koordinieren die Behandlungs- und Versorgungsleistungen im perioperativen Umfeld unter besonderer Berücksichtigung der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen. Credits/ Stunden 10 Credits, 70 Std. Theorie, davon 14 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x gestalten und steuern den Arbeitsablauf unter Berücksichtigung der vorhandenen Gegebenheiten (Material, Personal, Patient). x konzipieren Dienstpläne, werten diese aus und entwickeln sie gegebenenfalls weiter. x gestalten den Arbeitsablauf unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Kriterien. x richten ihre Arbeitsweise auf die Anforderungen des Qualitätsmanagement- Systems aus und reflektieren und evaluieren ihr Arbeitsergebnis. x begründen ihr Handeln auf der Basis rechtlicher Grundlagen und geben ihr Wissen weiter. x wissen um die Bedeutung der Arbeitsleistung im OP im Gesamtkontext des Krankenhauses und setzen die Anforderungen im Diagnosis Related Groups System um. x wenden sämtliche EDV gestützte Systeme sicher an. x nutzen die Aussagen zum Pflegeverständnis des International Council of Nurses für die Umsetzung in ihre Berufspraxis, beziehen die Berufsziele in ihr Handlungsfeld ein und setzen das Berufsbild „Pflege im OP“ um. Inhalte x Aufgaben und Ablauforganisation einer OP– Einheit (beispielhaft) x OP Koordination x Steuerung der Arbeitsprozesse x Gesundheitsökonomie x Qualitätsmanagement x Rechtliche Grundlagen x Diagnosis Related Groups x EDV Schulung x Weiterentwicklung des Berufsbildes/ -feldes und Übertragung in die Praxis 928 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Operationsdienst Lernbereich III Prozesssteuerung Modul 5.2 Hygienemanagement Modulbeschreibung Die Teilnehmer sind in der Lage, das Hygienemanagement zu planen, durchzuführen, zu evaluieren, zu kontrollieren und umzusetzen sowie risikoarme Handlungsabläufe in ihr Arbeitsfeld zu implementieren. Sie können die Zusammenarbeit mit der zentralen Sterilgutversorgung koordinieren und sind in der Lage andere Berufsgruppen hinsichtlich der hygienischen Bedingungen in ihrem Arbeitsfeld zu schulen und entsprechende Konzepte zu entwickeln. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 16 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer x initiieren und optimieren den regelhaften Prozess der Aufbereitung von Medizinprodukten unter Einbeziehung der relevanten Gesetze, Normen und Richtlinien. x führen eine sachgerechte Nutzung und Aufbereitung der Instrumente auf der Basis umfangreicher Kenntnisse der Instrumentenherstellung durch. x bereiten Medizinprodukte auf und führen die Sterilisation und Sterilgutverpackung eigenverantwortlich durch. x ordnen praxisrelevante Schutzmaßnahmen den jeweiligen Arbeitsbereichen zu, führen sie durch und evaluieren die Maßnahmen. x bewerten Hygienerisiken und implementieren risikoarme Arbeitsabläufe in ihrem Handlungsfeld. x gestalten die Entsorgung und Abfallbeseitigung verantwortlich unter Einhaltung hygienischer Aspekte und beziehen ebenso ökologische und Ressourcen schonende Überlegungen in das Handeln ein. x leiten andere Berufsgruppen hinsichtlich der hygienischen Bedingungen im Arbeitsfeld OP an und schulen sie in der korrekten Durchführung von hygienischen und sterilen Arbeitsabläufen. x führen Kontrolle und Qualitätsmanagement im Rahmen der Ver- und Entsorgung von Medizinprodukten verantwortlich durch. Inhalte x Praxisrelevante rechtliche Rahmenbedingungen (beispielhaft) x Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit x Grundlagen der Mikrobiologie x Hygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens, in denen Medizinprodukte aufbereitet werden x Grundlagen der Desinfektion x Dekontamination von Medizinprodukten x Grundlagen der Sterilisation x Instrumentenkunde x Verpackung x Qualitätsmanagement und Validierung x Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten x Sterilgutlagerung x Aufbereitung von Medizinprodukten x Grundlagen der Abfallentsorgung x Gestaltung von Lernprozessen bei hygienischen und sterilen Arbeitsabläufen x Methoden der praktischen Anleitung Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 929 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich I Fallsteuerung Modul 6.1 Bezugspflege: Beziehungsgestaltung und Fallverantwortung Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen im Rahmen eines Problemlösungs- und Beziehungsprozesses bei der Bewältigung des Alltags zu unterstützen. Darüber hinaus sollen sie unter Beweis stellen, dass sie mit ihrem Wissen über die verschiedenen Organisationsformen in der Lage sind, die Bezugspflege auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden und zu evaluieren. Credits/ Stunden 10 Credits, 50 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ können helfende, tragfähige Beziehungen zu psychiatrisch erkrankten Menschen mit ihrem Wissen über psychologische Erklärungsmodelle zur Psychodynamik gestalten. ƒ erkennen und erheben den spezifischen mit einer psychischen Erkrankung verbundenen Pflegebedarf, planen die erforderliche Pflege zielgerichtet, führen sie eigenverantwortlich durch und dokumentieren den Verlauf. ƒ nutzen Beziehungen als ein zentrales Instrument psychiatrischer Pflege, wissen um die Besonderheiten in der Beziehungsgestaltung mit psychiatrisch erkrankten Menschen, balancieren Nähe und Distanz aus und lösen Konflikte angemessen. ƒ gestalten die Bezugspflege auf der Basis eines kritischen Verständnisses von Pflegetheorien, - modellen, -konzepten und Pflegestandards. ƒ beziehen die Angehörigen des psychiatrischen erkrankten oder in einer Krise befindlichen Menschen in den Pflege- und Behandlungsprozess ein. ƒ setzen unterschiedliche Kommunikationsformen fach- und situationsgerecht ein (zu Patienten und deren Bezugspersonen, Kollegen, Vorgesetzten, Kooperationspartnern), um gut strukturierte und kohärente Informationen zu übermitteln. ƒ können Patienten/Klienten und deren Bezugspersonen beraten. ƒ übernehmen Verantwortung für ihr Handeln und führen es auf der Basis von breiten theoretischen und praktischen Kenntnissen auch aus den Bereichen Recht und Berufsethik durch. ƒ vertreten pflegerelevante Einschätzungen und Notwendigkeiten der Intervention im interdisziplinären Team. Sie begründen ihr Planen und Handeln im Dialog mit anderen Professionen mit pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen auf der Basis des evidence based nursing sowie solchen aus den entsprechenden Bezugswissenschaften. Inhalte ƒ Grundhaltung und Beziehungsgestaltung, Selbst- und Fremdwahrnehmung in der persönlichen (beispielhaft) Begegnung ƒ Psychologische Erklärungsmodelle zur Psychodynamik in helfenden Beziehungen ƒ Schwierigkeiten in der Beziehungsarbeit mit psychisch kranken Menschen und spezielle Pflege und Behandlungstechniken zum Umgang damit (Compliance-Non-Compliance) ƒ Pflegetheorien, -modelle und Konzepte, welche die Beziehungsdynamik in Pflegebeziehungen bearbeiten ƒ Spezielle psychiatrische Pflegediagnostik und multiprofessionelle Behandlungsplanung ƒ Pflegeorganisationen und Konzepte als strukturelle Rahmenbedingungen für die Bezugspflege in der Psychiatrie (Bezugspflegestandard in der stationären psychiatrischen Pflege, Primary Nursing) ƒ Verantwortliches Handeln in der psychiatrischen Pflege: fachliche, juristische und berufsethische Aspekte 930 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich I Fallsteuerung Modul 6.2 Verantwortliche Arbeit in der Vernetzung gemeindepsychiatrischer Hilfen Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, die speziellen Kenntnisse zu aktuellen Konzepten der Vernetzung gemeindepsychiatrischer Hilfen auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Credits/ Stunden 10 Credits, 50 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ kennen die Versorgungsstrukturen, Konzepte und Finanzierungsmodelle gemeindepsychiatrischer Einrichtungen und wissen, welche Aufgaben in der Vernetzung, Koordination und Kooperation gemeindepsychiatrischer Einrichtungen und deren Hilfen zu leisten sind. ƒ analysieren und fördern die Vernetzung unter Nutzung von Konzepten des Case-Managements. ƒ verstehen sich als Verbindungsglied zwischen Beratungsstellen, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen, Ärzten, Therapeuten, Tageskliniken, betreutem Wohnen und anderen psycho-sozialen Diensten unter Berücksichtigung kulturspezifischer Aspekte und betrachten es als ihre Aufgabe, zu einer Verbesserung der Kommunikation zwischen den Beteiligten beizutragen. ƒ können sich dabei der Instrumente der personenbezogenen Hilfeplanung bedienen und aktivieren die Selbsthilfepotentiale des Betroffenen, den sie als primären Auftraggeber sehen. ƒ können psychiatrische Pflege aufsuchend unter Berücksichtigung kulturspezifischer Aspekte organisieren, nehmen eine eigenständige Beurteilung des psychiatrischen Pflegebedarfs und der Situation im häuslichen Umfeld des Patienten vor und leiten die notwendigen Pflegemaßnahmen ein. ƒ beteiligen Bezugspersonen und das soziale Umfeld der Patienten unter Berücksichtigung kulturspezifischer Aspekte in der Durchführung und übernehmen somit Verantwortung für die Pflege von Patienten auch über den stationären Rahmen hinaus. ƒ können Patienten/Klienten und deren Bezugspersonen in spezifisch pflegefachlichen Fragen der Psychiatrie beraten. ƒ nutzen die Methoden der Öffentlichkeitsarbeit, um gesellschaftliche Interessen der psychiatrischen Patienten in der Gesellschaft zu vertreten. ƒ gestalten und fördern multiprofessionelle Teamarbeit, wie z.B. Teamkonferenzen und Fallbesprechungen. Sie arbeiten mit anderen Berufsgruppen in der Psychiatrie zusammen und nutzen Synergien. ƒ vertreten pflegerelevante Einschätzungen und Notwendigkeiten der Intervention im interdisziplinären Team. Sie begründen ihr Planen und Handeln im Dialog mit anderen Professionen mit pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen auf der Basis des evidence based nursing sowie solchen aus den entsprechenden Bezugswissenschaften. Inhalte ƒ Versorgungsstrukturen, Konzepte und Finanzierungsmodelle gemeindepsychiatrischer (beispielhaft) Einrichtungen, SPZ’s, Wohnheime, betreutes Wohnen, Psychosoziale Hilfsvereine, Tageskliniken, Ambulanzen, niedergelassene Ärzte und Therapeuten ƒ Aufgaben in der Vernetzung, Koordination und Kooperation gemeindepsychiatrischer Einrichtungen und deren Hilfen ƒ Theoretische Konzepte des Case-Managements (Formen, Rollen und Funktionen) und deren Anwendung in der psychiatrischen Versorgung ƒ Spezielle pflegerische Konzepte und Instrumente der Entlassungsplanung und Pflegeüberleitung ƒ Anwendung, Durchführung und Moderation der personenzentrierten Hilfeplanung. ƒ Angehörigen- und Selbsthilfegruppen und deren Einbindung in das gemeindepsychiatrische Netz . ƒ Ambulante psychiatrische Pflege, Zielsetzungen, Schwerpunkte und Aufgaben Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 931 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.1 Pflege akut psychiatrisch erkrankter Menschen und psychiatrische Interventionen in Krisen Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, die speziellen Kenntnisse zu aktuellen Konzepten der Akutpsychiatrie und Krisenintervention auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ differenzieren zwischen Krise und psychiatrischem Notfall, richten ihr professionelles Handeln danach aus und betreiben Krisenintervention unter wechselnden Bedingungen. ƒ schätzen das Suizidrisiko von akut psychiatrisch erkrankten Patienten/Klienten ein und leiten die notwendigen Maßnahmen ein. ƒ erkennen den spezifischen, mit einer akuten psychiatrischen Erkrankung oder psychiatrischen Krisensituationen verbundenen individuellen Pflegebedarf, erheben ihn, planen die erforderliche Pflege zielgerichtet, führen sie eigenverantwortlich durch und dokumentieren den Verlauf. ƒ nutzen zur Planung und Gestaltung der Pflege von akut psychiatrisch erkrankten Menschen ihr Wissen über Entstehung und Verlauf von akuten psychiatrischen Erkrankungen und den damit zusammenhängenden Krisen. ƒ berücksichtigen pharmakologische, psychotherapeutische und andere therapeutische Methoden der Akutpsychiatrie und Krisenintervention in der Pflege. ƒ gestalten ein gesundheitsförderliches und therapeutisches Milieu in psychiatrischen Akuteinrichtungen und nutzen dessen Auswirkung auf Erkrankung und Genesung. ƒ fördern eine sensible auf Deeskalation ausgerichtete Grundhaltung mit den dazu gehörenden Kommunikationsstilen, Haltungen und Handlungen. ƒ beherrschen verschieden Behandlungs- und Pflegetechniken wie Psychoedukation und Entspannungstechniken. ƒ können Einzel- und Gruppenaktivitäten unter dem Aspekt psychiatrischer Akutbehandlung eigenständig planen, durchführen und evaluieren. ƒ beteiligen und beraten die Bezugspersonen und das soziale Umfeld der Patienten bei der Durchführung der Pflege von akut psychiatrisch erkrankten Menschen. ƒ berücksichtigen in der Betreuung die sozialen Auswirkungen von psychiatrischen Erkrankungen wie Isolation, Arbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit. Inhalte ƒ Anwendung des Pflegeprozesses und multiprofessionelle Behandlungsplanung (beispielhaft) ƒ Sozialwissenschaftliche und medizinisch-psychiatrische Erklärungsmodelle von Entstehung, Verlauf und Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen und den damit verbundenen Krisensituationen ƒ Grundlagen zum Verständnis und zur Behandlung von Patienten mit akuten psychiatrischen Zustandsbildern und in Krisen ƒ Umgang mit Suizidalität, Einschätzung von suizidaler Gefährdung ƒ Aggression und Gewalt im Rahmen akuter psychiatrischer Zustandsbilder ƒ Spezielle Pflege und Behandlungstechniken wie Deeskalation, Psychoedukation und Entspannungstechniken ƒ Grundlagen und Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Milieus ƒ Soziale Auswirkungen von psychiatrischer Erkrankung ƒ Planung, Gestaltung und Durchführung von Gruppenarbeit mit akut psychiatrisch erkrankten Menschen ƒ pharmakologische Behandlung und Aufrechterhaltung der Compliance ƒ Standardversorgungskonzepte, innovative und alternative Konzepte in der Behandlung akut psychiatrisch erkrankter Menschen (z. B. Hometreatment, Soteria etc.) ƒ Rechtsgrundlagen psychiatrischer Behandlung 932 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.2 Pflege chronisch psychisch kranker Menschen Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, das spezielle Wissen zu aktuellen Konzepten der pflegerischen Betreuung chronisch psychisch kranker Menschen auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ übertragen Prinzipien der Berufsethik auf komplexe Situationen im Umgang mit chronisch kranken Menschen. ƒ erkennen den spezifischen, mit einer chronisch psychiatrischen Erkrankung verbundenen individuellen Pflegebedarf, erheben ihn, planen die erforderliche Pflege zielgerichtet, führen sie eigenverantwortlich durch und dokumentieren den Verlauf. ƒ organisieren psychiatrische Pflege aufsuchend, nehmen eine eigenständige Beurteilung des psychiatrischen Pflegebedarfs und der Situation im häuslichen Umfeld des Patienten vor und leiten die notwendigen Pflegeüberleitungsmaßnahmen ein. ƒ nutzen in ihrem Handlungsfeld die aktuellen medizinischen, psychologischen und sozialwissenschaftlichen Erklärungsansätze über die Entwicklung und den Verlauf von chronischen Krankheiten in der Psychiatrie und können dieses Wissen in den Pflegeprozess integrieren. ƒ berücksichtigen pharmakologische, psychotherapeutische und andere therapeutische Methoden in der Behandlung und Pflege chronisch kranker Menschen. ƒ können Einzel- und Gruppenaktivitäten im Rahmen der psychiatrischen Behandlung eigenständig planen und durchführen; dabei beziehen sie die Patienten mit ein und nutzen die vorhandenen Ressourcen. ƒ wissen und berücksichtigen die rechtlichen Rahmenbedingungen unter denen die Behandlung/Pflege stattfindet. ƒ unterstützen die Betroffenen bei der Entwicklung individueller Bewältigungsstrategien im Umgang mit ihrer Erkrankung und entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen Strategien um der gesellschaftlichen Stigmatisierung von chronisch Kranken entgegenzuwirken. ƒ gestalten langfristige Beziehungen und berücksichtigen in der Begleitung ihr Wissen über Lebensweltorientierung, das Training lebenspraktischer Fähigkeiten und der Alltagsorientierung in Pflege und Behandlung. ƒ nutzen und gestalten Handlungsspielräume im komplexen Netzwerk gemeindepsychiatrischer Hilfen. Inhalte ƒ Anwendung des Pflegeprozesses in der Arbeit mit chronisch-psychisch Kranken, Mitwirkung an der (beispielhaft) Erstellung und Fortschreibung von Hilfeplänen ƒ Entstehungsfaktoren chronischer Krankheiten, damit verbundene Belastungsfaktoren ƒ Erklärungsmodelle, Gründe für Noncompliance und Interventionen zum Umgang damit ƒ Belastungsfaktoren, Stressoren und Bewältigungsformen im Zusammenhang mit chronischen psychiatrischen Krankheiten ƒ Krankheit als Störung und Bewältigungsversuch ƒ Trialog, Psychoseseminare ƒ Formen und Auswirkungen von Stigmatisierung psychiatrisch behandelter Menschen ƒ Krankheitsbedingte Störungen des Realitätsbezugs, Erklärungsmodelle und deren Bearbeitung im Pflegeprozess ƒ Lebensweltorientierung in der psychiatrischen Pflege, Training lebenspraktischer Fähigkeiten und Alltagsorientierung in Pflege und Behandlung ƒ rechtliche Aspekte der Arbeit mit chronisch psychisch kranken Menschen ƒ Konzepte der Gesundheitsförderung Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 933 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.3.1 Pflege und Erziehung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (Wahlpflichtmodul) Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, das spezielle Wissen zu aktuellen Konzepten von Pflege und Erziehung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden und zu evaluieren Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ erheben eigenverantwortlich und theoretisch fundiert den spezifischen, Pflege- und Erziehungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, planen die erforderliche Pflege zielgerichtet, führen sie durch, dokumentieren den Verlauf und bringen sie eigenverantwortlich in den multiprofessionellen Behandlungsplan ein. ƒ erkennen die Auswirkungen von Traumatisierungen, insbesondere von sexualisierter und anderer Gewalt bei Kindern und Jugendlichen und ziehen daraus Konsequenzen für die Pflege und Therapie. ƒ sind vertraut mit Suchtverhalten und Abhängigkeitserkrankungen im Kindes- und Jugendalter und integrieren dieses Wissen in ihre Pflege. ƒ arbeiten in den Netzwerken von Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Schule. Sie sind kompetent, die Selbsthilfepotentiale des Betroffenen, den sie als primären Auftraggeber sehen, zu aktivieren. ƒ setzen Modelle pädagogischer und therapeutischer Eltern- und Familienarbeit in die Praxis um. ƒ berücksichtigen in der Behandlung von Kindern, Jugendlichen und familiären Systemen pharmakologische und somatische Therapieverfahren sowie psychotherapeutische und andere therapeutische Methoden. ƒ gestalten ein gesundheitsförderliches und therapeutisches Milieu in Einrichtungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und nutzen dessen Auswirkung auf Erkrankung und Genesung. ƒ gehen verantwortlich mit Aggression und Gewalt um und fördern eine sensible auf Deeskalation ausgerichtete Grundhaltung mit den dazu gehörenden Kommunikationsstilen und Handlungen. ƒ können das Suizidrisiko von Jugendlichen einschätzen, sofort adäquat handeln und Maßnahmen einleiten. ƒ planen Einzel- und Gruppenaktivitäten im Rahmen der kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung und führen diese eigenständig durch. Inhalte ƒ Anwendung des Pflege- und Erziehungsprozesses bei Kindern und Jugendlichen sowie (beispielhaft) multiprofessionelle Behandlungsplanung ƒ Sozialwissenschaftliche, pädagogische und medizinisch-psychiatrische Erklärungsmodelle von psychiatrischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen im Kindes- und Jugendalter ƒ Grundlagen der Entwicklungspsychologie und Gruppendynamik und ihre Anwendung ƒ Auswirkungen von Traumatisierungen, insbesondere von sexualisierter und anderer Gewalt bei Kindern und Jugendlichen ƒ Suchtverhalten, Drogenkonsum und Abhängigkeitserkrankungen im Kindes- und Jugendalter ƒ Strukturen und Zusammenarbeitsmodelle von Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Schule ƒ Modelle und Praxis pädagogischer und therapeutischer Eltern- und Familienarbeit ƒ Pflegerisches Handeln in Krisen, Umgang mit Aggression und suizidalen Gefährdungen ƒ Planung, Gestaltung und Durchführung von pädagogischen und pflegerischen Gruppenangeboten sowie Mitwirkung bei therapeutischen Gruppenangeboten ƒ Rechtliche Aspekte der Behandlung von Kindern und Jugendlichen 934 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.3.2 Pflege psychisch kranker Straftäter (Wahlpflichtmodul) Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, das spezielle Wissen zu aktuellen Konzepten der Arbeit mit Patienten, die nach den §§ 63 und 64 StGB und § 126a StPO untergebracht sind, auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ erkennen den individuellen Pflegebedarf von Patienten die nach den §§ 63 und 64 StGB und § 126 a StPO untergebracht sind, erheben und planen die erforderliche Pflege zielgerichtet, führen sie eigenverantwortlich durch und dokumentieren den Verlauf. ƒ handeln verantwortlich gemäß des gesellschaftlichen Auftrages von Besserung und Sicherung im Maßregelvollzug und nehmen den psychiatrisch erkrankten Menschen mit dem Wissen über die Tat mit seinen gesundheitsförderlichen Ressourcen wahr. ƒ nutzen in ihrem Handeln aktuelle kriminologische, medizinische, psychologische und sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze über Entstehung und Verlauf von psychiatrischen Erkrankungen und deren Relevanz zur Bewertung der Schuldfähigkeit. ƒ berücksichtigen in der Behandlung von psychisch kranken Straftätern somatische Therapieverfahren sowie psychotherapeutische Methoden. ƒ gestalten ein gesundheitsförderliches und therapeutisches Milieu und nutzen dessen Auswirkung auf Erkrankung und Genesung. ƒ gehen, auch auf der Basis ethischer Erkenntnisse, verantwortlich mit Aggression und Gewalt um und fördern eine sensible auf Deeskalation ausgerichtete Grundhaltung. ƒ können das Suizidrisiko von psychisch kranken Straftätern einschätzen, sofort adäquat handeln und Maßnahmen einleiten. ƒ können Einzel- und Gruppenaktivitäten mit dem Fokus auf die Resozialisierung der Patienten planen, durchführen und beteiligen sich an der Entwicklung und Durchführung von Versorgungskonzepten. ƒ reflektieren das Leben und die Arbeit in Einrichtungen des Maßregelvollzugs unter dem Aspekt der „totalen Institution“, sind für die möglichen negativen Auswirkungen sensibilisiert und wirken gezielt entgegen. ƒ sind befähigt zur Arbeit im komplexen Netzwerk der Hilfen zur Behandlung und Resozialisierung. ƒ vertreten pflegerelevante Einschätzungen und Notwendigkeiten der Intervention im interdisziplinären Team und in der Öffentlichkeit und wirken an Lockerungsentscheidungen mit. ƒ nutzen in ihrer Tätigkeit der Begutachtung und Behandlung psychisch kranker Straftäter ihr kritisches Theorieverständnis und die rechtlichen Grundlagen. Inhalte ƒ Anwendung des Pflegeprozesses in der Behandlung psychisch kranker Straftäter und (beispielhaft) multiprofessionelle Behandlungsplanung ƒ Sozialwissenschaftliche und medizinisch-psychiatrische Erklärungsmodelle von Entstehung, Verlauf und Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen ƒ rechtliche Grundlagen der Begutachtung und Behandlung psychisch kranker Straftäter ƒ Grundlagen zum Verständnis und zur Behandlung von Patienten mit den üblichen psychiatrischen Krankheitsbildern unter dem Aspekt von Besserung und Sicherung ƒ Aggression und Gewalt unter den Bedingungen der Pflege psychisch kranker Straftäter ƒ Spezielle Pflege und Behandlungstechniken, wie z.B. die Motivierende Gesprächsführung, Umgang mit Rückfällen, Psychoedukation, Deeskalations- und Entspannungstechniken ƒ Grundlagen und Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Milieus in Einrichtungen der psychiatrischen Behandlung und in Maßregelvollzugseinrichtungen ƒ Soziale Auswirkungen der Behandlung im Maßregelvollzug ƒ Planung, Gestaltung und Durchführung von Gruppenarbeit ƒ Versorgungskonzepte für psychisch kranke Straftäter ƒ Aspekte der beruflichen Identität von Pflegenden im Maßregelvollzug Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 935 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.3.3 Pflege abhängigkeitskranker Menschen (Wahlpflichtmodul) Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, das spezielle Wissen zu aktuellen Konzepten der qualifizierten Entzugsbehandlung und Entwöhnungsbehandlung auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen und weiterzuentwickeln. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ erkennen den individuellen Pflegebedarf von Patienten mit einer Abhängigkeitserkrankung, erheben und planen die erforderliche Pflege zielgerichtet, führen sie eigenverantwortlich durch und dokumentieren den Verlauf. ƒ erkennen, erheben und planen die pflegerische Betreuung im Rahmen von medizinischen Krisen in der Entgiftung, führen die erforderliche Pflege zielgerichtet durch und dokumentieren sie. ƒ berücksichtigen in ihrem Handeln aktuelle medizinische, psychologische und sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze über Entstehung und Verlauf von Abhängigkeitserkrankungen. ƒ wenden spezielle Pflege- und Behandlungstechniken, wie die Motivierende Gesprächsführung, Psychoedukation und Entspannungstechniken an. ƒ gestalten ein gesundheitsförderliches und therapeutisches Milieu in psychiatrischen Einrichtungen der Behandlung abhängigkeitskranker Menschen und nutzen dessen Auswirkung auf Erkrankung und Genesung. ƒ können das Suizidrisiko von abhängigkeitskranken Menschen einschätzen, sofort adäquat handeln und Maßnahmen einleiten. ƒ planen spezifische Einzel- und Gruppenaktivitäten im Rahmen der Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung und führen sie eigenständig durch. ƒ wirken mit bei der Planung und Durchführung von Konzepten der qualifizierten stationären Entzugsbehandlung alkoholkranker Menschen und der qualifizierten Drogenentzugsbehandlung und vertreten dabei argumentativ fachliche Positionen. ƒ wissen um die sozialen Auswirkungen von Abhängigkeitserkrankungen, gehen verantwortlich mit Aggression und Gewalt um, und fördern eine sensible auf Deeskalation ausgerichtete Grundhaltung mit den dazu gehörenden Kommunikationsstilen und Handlungen. ƒ sind befähigt zur Arbeit im komplexen Netzwerk der Suchtkrankenhilfe und entwickeln dieses weiter. Inhalte ƒ Pflegeprozess bei Abhängigkeitserkrankungen und multiprofessionelle Behandlungsplanung (beispielhaft) ƒ Sozialwissenschaftliche und medizinisch-psychiatrische Erklärungsmodelle von Entstehung, Verlauf und Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen ƒ Pflegerische Betreuung von medizinischen Krisen in der Entgiftung ƒ Grundlagen zum Verständnis und zur Behandlung von Patienten mit Doppeldiagnosen und chronisch mehrfach abhängigkeitskranken Menschen ƒ Konzepte der qualifizierten stationären Entzugsbehandlung alkoholkranker Menschen und der qualifizierten Drogenentzugsbehandlung ƒ Spezielle Pflege und Behandlungstechniken wie die Motivierende Gesprächsführung, Umgang mit Rückfällen, Psychoedukation und Entspannungstechniken ƒ Grundlagen und Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Milieus in Entgiftungs- und Entwöhnungseinrichtungen ƒ Soziale Auswirkungen von Abhängigkeitserkrankungen, Angehörigenarbeit, Wohnungslosigkeit, Sucht und Migration ƒ Planung, Gestaltung und Durchführung von Gruppenarbeit: Cleangruppen, Cravinggruppen, Selbsthilfegruppen ƒ Versorgungskonzepte für abhängigkeitskranke Menschen 936 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.3.4 Gerontopsychiatrische Pflege (Wahlpflichtmodul) Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, aktuelle gerontopsychiatrische Konzepte auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren und weiterzuentwickeln. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ erkennen den individuellen Pflegebedarf von gerontopsychiatrischen Patienten, erheben und planen die erforderliche Pflege zielgerichtet, aktivieren die Selbsthilfepotentiale der Betroffenen, führen die Pflege eigenverantwortlich durch unter Berücksichtigung der Expertenstandards und dokumentieren den Verlauf. ƒ nutzen in ihrem Handeln aktuelle medizinische, psychologische und sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze über Entstehung und Verlauf von gerontopsychiatrischen Erkrankungen und Verhaltensweisen. ƒ integrieren in die Pflege spezielle Pflegetechniken, wie Validation, Biographiearbeit, Entspannungstechniken, Basale Stimulation und Snoezelen. ƒ integrieren umfangreiches Wissen über ethische Aspekte, pharmakologische, somatische und andere Therapieverfahren in die gerontopsychiatrische Pflege. ƒ gestalten ein Lebensqualität förderndes Milieu in gerontopsychiatrischen Einrichtungen und nutzen dessen Auswirkung auf die Erkrankung, reflektieren das Leben und die Arbeit in der Einrichtung unter den Aspekten von Zwang und Gewalt. ƒ planen pflegerische Einzel- und Gruppenaktivitäten im Rahmen der gerontopsychiatrischen Behandlung, führen sie eigenständig durch und evaluieren sie. ƒ sind befähigt zur Arbeit im Netzwerk gerontopsychiatrischer Hilfen, aktivieren die Selbsthilfepotentiale des Betroffenen, den sie als primären Auftraggeber sehen. ƒ sind befähigt, die ihnen anvertrauten und sich anvertrauenden Menschen in ihrer Einzigartigkeit umfassend wahrzunehmen unter Berücksichtigung der von Patienten gelebten Geschichte, sie zu achten, wertzuschätzen und das pflegerische Handeln subjektorientiert zu gestalten. Das schließt auch kulturelle und geschlechtspezifische Sichtweisen mit ein. ƒ können relevante rechtliche Grundlagen für die Arbeit in gerontopsychiatrischen Einrichtungen nutzen. ƒ beraten Patienten und deren Bezugspersonen im Rahmen des SGB XI ƒ begleiten Sterbende und deren Bezugspersonen würdevoll und orientiert an den Bedürfnissen der Sterbenden und Bezugspersonen bis zum Tod Inhalte ƒ Anwendung des Pflegeprozesses bei gerontopsychiatrischen Erkrankungen und mulitprofessionelle (beispielhaft) Behandlungsplanung ƒ Sozialwissenschaftliche- und medizinisch-psychiatrische Erklärungsmodelle von Entstehung, Verlauf und Behandlung von gerontopsychiatrischen Erkrankungen ƒ Pflegerische Aufgaben im Rahmen der pharmakologischen Behandlung ƒ Spezielle Pflegetechniken wie die Validation, Biographiearbeit und Entspannungstechniken, Basale Stimulation und Snoezelen ƒ Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen ƒ Grundlagen und Gestaltung eines die Lebensqualität fördernden Milieus ƒ Verantwortliches Wahrnehmen von und Umgang mit Zwang und Gewalt gegen alte Menschen ƒ Berücksichtigung der von Patienten gelebten Geschichte und der Kultur der Betroffenen ƒ Palliativpflege, Hospizarbeit, Trauer und Verlust ƒ Angehörigenarbeit, Pflegeberatung ƒ Moderne Versorgungsstrukturen in der Gerontopsychiatrie und Pflegeüberleitung ƒ Relevante rechtliche Grundlagen für die Arbeit in gerontopsychiatrischen Einrichtungen Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 937 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.3.5 Pflege im Behandlungssetting Psychosomatik/Psychotherapie (Wahlpflichtmodul) Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, das spezielle Wissen zu aktuellen Konzepten der Psychosomatik und Psychotherapie auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren, anzupassen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Dabei berücksichtigen sie gesellschaftliche, wissenschaftliche und ethische Erkenntnisse. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ erkennen den individuellen Pflegebedarf von psychosomatisch erkrankten Patienten, erheben und planen die erforderliche Pflege zielgerichtet, führen sie eigenverantwortlich durch und dokumentieren den Verlauf. ƒ nutzen in ihrem Handeln aktuelle medizinische, psychologische, sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze über Entstehung und Verlauf von psychosomatischen Erkrankungen und den damit zusammenhängenden Krisen. ƒ integrieren in die Pflege von psychosomatisch erkrankten Patienten die Zusammenhänge zwischen den Krankheitsbildern in der Psychosomatik, den körperlichen Beschwerden der Patienten, dem psychosozialem Hintergrund und den Verhaltensmustern. ƒ berücksichtigen umfangreiche Kenntnisse von pharmakologischen und somatischen Therapieverfahren sowie psychotherapeutische und andere therapeutische Methoden in der psychiatrischen Pflege. ƒ erkennen die Auswirkungen von Traumatisierungen, insbesondere von sexualisierter und anderer Gewalt. ƒ beurteilen Suchtverhalten bei den Patienten als gesundheitsschädigende Form der Selbstbehandlung und fördern ein gesundheitsförderliches Selbstmanagement. ƒ gestalten ein gesundheitsförderliches Milieu im Bereich der Psychotherapie und Psychosomatik und nutzen dessen Auswirkung auf Erkrankung und Genesung. ƒ können das Suizidrisiko von psychosomatisch erkrankten Menschen einschätzen, sofort adäquat handeln und Maßnahmen einleiten. ƒ planen Einzel- und Gruppenaktivitäten im Rahmen der psychosomatischen/psychotherapeutischen Behandlung, führen sie eigenständig durch und evaluieren sie. ƒ nutzen berufsbezogene Selbsterfahrung und Balintgruppen als Instrument der Entwicklung personaler Kompetenz. ƒ sind befähigt zur Arbeit im komplexen Netzwerk mit psychotherapeutischen Einrichtungen. Inhalte ƒ Anwendung des Pflegeprozesses in der psychotherapeutischen und psychosomatischen (beispielhaft) Behandlung und multiprofessionelle Behandlungsplanung ƒ Psychiatrische, psychologische und psychotherapeutische Erklärungsmodelle von Entstehung, Verlauf und Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen ƒ Grundlagen der psychosozialen Entwicklung und Kenntnisse zu Abwehrmechanismen und ihre Auswirkungen auf den Umgang mit schwierigen Lebenssituationen und mit Konflikten ƒ Auswirkungen von Traumatisierungen, insbesondere von sexualisierter und anderer Gewalt ƒ Medikamentenabhängigkeit und andere Formen des Suchtverhaltens als Suchtverhalten bei psychosomatischen Erkrankungen ƒ Förderung des Selbstmanagements der Patienten/innen im Umgang mit Symptomen, Konflikten und Krisen; Entwicklung und Mobilisierung eigener Ressourcen im Umgang mit der Erkrankung ƒ Spezielle Konzepte in der Psychosomatik und Psychotherapie ƒ Rollenfindung und Klärung der beruflichen Identität von Pflegenden in der Psychosomatik und Psychotherapie. Aspekte berufsbezogener Selbsterfahrung und Balintgruppenarbeit ƒ Gruppentherapien zur Stärkung der Handlungskompetenz in Gesundheitsfragen, zur Förderung der Körperwahrnehmung und der Entspannung 938 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.3.6 Pflege in der Allgemeinpsychiatrie (Wahlpflichtmodul) Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, das spezielle Wissen zu aktuellen Konzepten der Allgemeinpsychiatrie auf ihre Praxis zu übertragen, anzuwenden, zu evaluieren, anzupassen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Credits/ Stunden 10 Credits, 80 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ erkennen den spezifischen, mit einer psychiatrischen Erkrankung verbundenen individuellen Pflegebedarf, erheben ihn, planen die erforderliche Pflege zielgerichtet, führen sie eigenverantwortlich durch und dokumentieren den Verlauf. ƒ nutzen in ihrem Handlungsfeld die aktuellen medizinischen, psychologischen und sozialwissenschaftlichen Erklärungsansätze über die Entwicklung und den Verlauf von psychiatrischen Krankheitsbildern in der Psychiatrie und können dieses Wissen in den Pflegeprozess integrieren. ƒ berücksichtigen pharmakologische, psychotherapeutische und andere therapeutische Methoden, in der Behandlung und Pflege psychiatrisch erkrankter Menschen. ƒ können pflegerische Einzel- und Gruppenaktivitäten im Rahmen der psychiatrischen Behandlung eigenständig planen und durchführen, dabei beziehen sie die Patienten/Patientinnen mit ein und nutzen die vorhandenen Ressourcen. ƒ unterscheiden in der Planung und Durchführung der Pflege zwischen akuten und chronischen Krankheitsphasen. ƒ gestalten ein auf die Grunderkrankung angepasstes, gesundheitsförderliches Milieu in Einrichtungen der Allgemeinpsychiatrie. ƒ unterstützen die Betroffenen bei der Entwicklung individueller Bewältigungsstrategien im Umgang mit ihrer Erkrankung und entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen und deren Angehörigen Strategien, um eine optimale Versorgung nach der klinischen Behandlung sicherzustellen. ƒ gestalten eine tragfähige Beziehung, und berücksichtigen dabei die Phänomene, die mit der jeweiligen psychiatrischen Erkrankung verbunden sind. ƒ sind befähigt zur Arbeit im komplexen Netzwerk gemeindepsychiatrischer Hilfen. Inhalte ƒ Anwendung des Pflegeprozesses in der allgemeinpsychiatrischen Behandlung und (beispielhaft) multiprofessionelle Behandlungsplanung ƒ Sozialwissenschaftliche und medizinisch-psychiatrische Erklärungsmodelle von Entstehung, Verlauf und Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen ƒ Grundlagen zum Verständnis und zur Behandlung von Patienten mit akuten und chronischen psychiatrischen Zustandsbildern ƒ Unterscheidung von akuter Krise im Rahmen einer Ersterkrankung und im Rahmen eines chronischen Krankheitsverlaufes ƒ Entstehungsbedingungen von und Umgang mit Aggression und Gewalt durch akute und chronische psychiatrische Zustandsbilder ƒ Spezielle Pflege und Behandlungstechniken, wie die Deeskalation, Psychoedukation und Entspannungstechniken ƒ Grundlagen und Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Milieus in Einrichtungen der allgemeinpsychiatrischen Behandlung ƒ Soziale Auswirkungen von psychiatrischen Erkrankungen, Einbeziehen der Angehörigen psychiatrisch erkrankter oder in einer Krise befindlicher Menschen ƒ Planung, Gestaltung und Durchführung von Gruppenarbeit mit akut oder chronisch psychiatrisch erkrankten Menschen ƒ Auswirkung pharmakologischer Behandlung, Beratung über Wirkung und Nebenwirkung. Aufrechterhaltung der Compliance ƒ Innovative und alternative Konzepte (z.B. Hometreatment, Soteria etc.) ƒ Rechtsgrundlagen psychiatrischer Behandlung Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 939 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich Lernbereich 2 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.4 Kommunikation Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer können ihr kritisches Verständnis der verschiedenen theoretischen Prinzipien und Methoden der Kommunikation auf ihre Praxis übertragen, sie anwenden, evaluieren und gegebenenfalls anpassen. Sie berücksichtigen dabei ethische und kulturspezifische Aspekte. Credits/ Stunden 5 Credits, 40 Std. Theorie, begleitendes Modul über den Verlauf der Weiterbildung Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ setzen in unterschiedlichen Settings detaillierte theoretische und praktische Fachkenntnisse der Kommunikationsstrategien auf der Grundlage eines kritischen Verständnisses der Theorie zielgerichtet ein. ƒ wissen über die Zusammenhänge zwischen Kommunikationsstörungen und Beziehungsstörungen, die in der Arbeit mit psychiatrisch erkrankten Menschen auftreten und können diesen unter Berücksichtigung kulturspezifischer Aspekte begegnen. ƒ erkennen Störungen in der Kommunikation mit psychiatrisch erkrankten Menschen, die diese aufgrund ihrer Krankheit, Sozialisation oder Herkunft erleben und berücksichtigen dabei wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse und ethische Prinzipien. ƒ beraten Patienten/Klienten und deren Bezugspersonen in spezifisch pflegefachlichen Fragen der Psychiatrie und formulieren angemessene Problemlösungen. ƒ beherrschen die Methoden des Rollenspiels und des Videotrainings in den verschiedenen Settings. ƒ setzen verschiedene Kommunikationsformen in der Teamarbeit ein und fördern den Austausch zwischen Fachvertretern und Laien. ƒ geben ein der Situation angemessenes, gut strukturiertes Feedback. Inhalte Kommunikationstheorien (beispielhaft) Einsatz des Rollenspiels, des Videotrainings, des Trainings in Gruppen und Einzelsituationen zum praktischen Erlernen von kommunikativen Fähigkeiten Methoden der Gesprächsführung ƒ Analyse und Reflexion der Gesprächssituation ƒ Training der Klientenzentrierten Gesprächsführung im Umgang mit psychiatrisch erkrankten Menschen ƒ Training der Motivierenden Gesprächsführung ƒ Kommunikation als deeskalierendes Instrument der Krisenintervention ƒ Spezielle Kommunikation mit Patienten aus einem anderen Sprachraum und Kulturkreis Konzepte und Praxis der Beratung ƒ Training der Beratung von psychiatrisch erkrankten Menschen und deren Angehörigen ƒ Training der Beratung als Instrument der kollegialen Fachberatung ƒ Training zum Feedback geben und annehmen 940 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege Lernbereich II Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen Modul 7.5 Supervision Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie in der Lage sind, das Instrument der Supervision zu nutzen, um Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen im Rahmen ihrer Behandlung fachkundig engagiert, interessiert und fürsorglich zu begleiten. Sie sind befähigt, selbstreflexiv mit komplexen Situationen und Zusammenhängen umzugehen. Credits/ Stunden 5 Credits, 50 Std. Theorie, begleitendes Modul im fortgeschrittenen Stadium der Weiterbildung Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ setzen das Instrument der Supervision zur Klärung ihrer beruflichen Identität und Rollen in unterschiedlichen komplexen psychiatrischen Settings ein. ƒ nutzen die Supervision als Instrument, um die Beziehungsdynamik in der Arbeit mit Patienten besser zu verstehen und Übertragungsphänomene wahrzunehmen und zu nutzen. ƒ bauen vertrauensvolle und emotional bedeutungsvolle Beziehungen auf, gestalten diese und beenden sie wieder. ƒ sind befähigt, sich in Beziehungen zu steuern, das Arbeitsbündnis mit dem Patienten aufrechtzuerhalten und eigene aggressive Impulse in belastenden Situationen zu kontrollieren. ƒ nutzen in der Gestaltung therapeutischer Prozesse ein reflektiertes Bild ihrer personalen Kompetenz. ƒ verhindern Fehlanpassungen (Burn-out) und befreien sich von belastenden Situationen. ƒ klären die Motive, Perspektiven und die Planung ihrer professionellen Arbeit anhand eigener Praxisprojekte. ƒ übernehmen die Verantwortung für die Kommunikation mit Kollegen, Vorgesetzen und Kooperationspartnern im Team und können Spannungen ansprechen oder auflösen. ƒ sind befähigt, sich auf eine gemeinsame Suchbewegung des Lernens von Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen einzulassen. Inhalte ƒ Fallbesprechungen (beispielhaft) ƒ Begleitung von Projekten der Weiterbildungsteilnehmer/innen ƒ berufsbezogene Selbsterfahrung Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 941 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie, Operationsdienst und psychiatrische Pflege Lernbereich III Prozesssteuerung Modul 8.1 Projektmanagement Modulbeschreibung Die Teilnehmer sind in der Lage, vor dem Hintergrund eines kritischen Theorieverständnisses, mit den Methoden des Projektmanagements eigenständig Projekte zu planen, durchzuführen und zu evaluieren. Sie übernehmen Verantwortung für das Team, formulieren Projektlösungen, tauschen sich mit den beteiligten Fachvertretern zielorientiert aus und wenden Methoden aus den Bereichen Konfliktmanagement und Kommunikation an. Credits/ Stunden Intensivpflege und Anästhesie sowie Operationsdienst: 15 Credits, 70 Stunden Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Psychiatrische Pflege: 15 Credits, 70 Stunden Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ nutzen das Wissen über Projekt- und Zeitmanagement zur Klärung von Aufgaben, Rollen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten innerhalb einer Projektarbeit. ƒ gestalten Projektpräsentationen, -moderationen und Projektbesprechungen und können ein Projekt dokumentieren. ƒ überprüfen die eigene und die Leistung der Projektmitarbeiter und evaluieren den Projektverlauf sowie das Projektergebnis, auch mit Methoden des Controllings. ƒ stehen innovativen Entwicklungen in ihrem Handlungsfeld aufgeschlossen gegenüber und zeigen Kreativität bei der Entwicklung und Implementierung neuer Konzepte. Inhalte ƒ Grundlagen des Projektmanagements (beispielhaft) ƒ Projektplanung und Projektorganisation ƒ Arbeitstechniken für ergebnis- und terminorientierte Projektarbeit o Entscheidungsfindung und Entscheidungsdurchsetzung im Projekt o Präsentation, Moderation; Projektbesprechung effektiv gestalten o Dokumentation von Projekten ƒ Der Mensch im Projekt o Teamkompetenz, Konfliktmanagement o Kommunikationsmethoden und Kommunikationsprobleme 942 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie, Operationsdienst und psychiatrische Pflege Lernbereich III Prozesssteuerung Modul 8.2 Personalführung und -anleitung Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer stellen unter Beweis, dass sie Führungssituationen in ihrem Handlungsfeld unter der Berücksichtigung vorgegebener Ziele gestalten können. Sie sind in der Lage, Führungshandeln in komplexen Situationen zu reflektieren, Verantwortung zu übernehmen und eigene Lernprozesse selbstständig zu gestalten. Sie wirken aktiv an der Teamgestaltung in einem multiprofessionellen Arbeitsfeld mit und gestalten Anleitungssituationen für Teilnehmer der Aus- und Weiterbildung in Kooperation mit den Aus- und Weiterbildungsstätten. Stunden/ Credits 10 Credits, 70 Std. Theorie, davon 14 Std. Selbststudium Lernergebnisse Führung Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ gestalten und fördern die Teamarbeit in einem komplexen Handlungsfeld unter Berücksichtigung der institutionell vorgegebenen Ziele. ƒ arbeiten mit anderen Berufsgruppen im multiprofessionellen Team unter Nutzung vorhandener Synergien. ƒ setzen das Instrument der kollegialen Beratung und Intervision selbstständig ein. ƒ nutzen Motivationsmethoden, um Mitarbeiterkompetenzen zu stärken und eine gemeinsame Zielereichung zu ermöglichen. ƒ gestalten unter Anwendung von Strategien und Methoden der Personalführung Mitarbeitergespräche und beurteilen die Leistung von Schülern und Weiterbildungsteilnehmern. ƒ deeskalieren aufkommende Konflikte, indem sie ihr Wissen über die Phasen der Teamarbeit und Gruppendynamik anwenden. Anleitung Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ sind in der Lage, die besonderen Bedingungen der Anleitungssituation, die Beteiligung von Lernenden und Patienten zu berücksichtigen. ƒ gestalten Abschnitte der praktischen Weiterbildung in einem komplexen und sich verändernden Handlungsfeld in Kooperation mit der Weiterbildungsstätte nach den Grundsätzen der Lernortkooperation. ƒ motivieren zum Lernen und beraten Lernende und neue Mitarbeiter hinsichtlich ihrer weiteren Kompetenzentwicklung auf der Grundlage breiter theoretischer und praktischer fachspezifischer Kenntnisse. ƒ können bestehende Instrumente zur Beurteilung der Lernleistung einsetzen. ƒ reflektieren ihre Wahrnehmungen, Deutungen, Vorurteile und Gefühle sowie ihr Verständnis der eigenen Berufsrolle als Quellen von Beurteilungsfehlern. Inhalte Führung (beispielhaft) ƒ Teamarbeit/Gruppendynamik ƒ Strategien und Methoden der Personalführung ƒ Kollegiale Beratung /Intervision ƒ Konfliktmanagement ƒ Prävention von Sucht und Gewalt im Arbeitsfeld Anleitung ƒ Lernen in der Erwachsenenbildung ƒ Gestaltung von Lernprozessen in der Pflegepraxis ƒ Lernsituationen im Arbeitsfeld ƒ Methoden der praktischen Anleitung Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 943 Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie, Operationsdienst und psychiatrische Pflege Lernbereich IV Steuerung des eigenen Lernens Modul 9.1 Eigene Lernwege gestalten Modulbeschreibung Die Weiterbildungsteilnehmer sind in der Lage, ihre eigenen Lernwege zu gestalten. Dazu können sie die Vorteile unterschiedlicher Lerntypen und Lernmethoden abwägen. Sie stellen unter Beweis, dass sie Informationsmedien und fachspezifische Literatur nutzen können. Sie sind in der Lage, sich mit Fachvertreten angemessen zu verständigen und zielorientierte Problemlösungen zu erarbeiten. Credits/ Stunden Intensivpflege und Anästhesie sowie Operationsdienst: 5 Credits, 60 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Psychiatrische Pflege: 5 Credits, 70 Std. Theorie, davon 10 Std. Selbststudium Lernergebnisse Die Weiterbildungsteilnehmer ƒ sind in der Lage, ihren Wissensstand für das eigene Handlungsfeld zu bewerten, den notwendigen Lernbedarf zu erkennen und Lernkontrakte zu definieren. ƒ initiieren Lernprozesse für sich und gemeinsam mit anderen und gestalten sie zielgerichtet. ƒ nutzen unterschiedliche Lerntechniken und moderne Informationsmedien zur Selbststeuerung des eigenen Lernens. ƒ recherchieren fachspezifische Literatur auch aus dem angloamerikanischen Raum, beurteilen sie hinsichtlich ihrer Verwertbarkeit im fachspezifischen Kontext, um zu einer Evidence- Basierung im Arbeitsfeld beizutragen. Inhalte ƒ Modelle und Theorien zum Lernen Erwachsener als Änderung im Verhalten, Denken und (beispielhaft) Fühlen ƒ Lernen als bewusster und unbewusster Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten aus psychologischer, philosophischer und pädagogischer Sichtweise ƒ Lerntypen, Effektivität und Erfolg des Lernens mit kritischer Auseinandersetzung zu Möglichkeiten und Grenzen ƒ Lernstile, Entwickeln und Akzeptieren des eigenen Lernstils ƒ Lernkontrakte herstellen und auswerten ƒ Lerntechniken o Recherche o Verarbeitung von internationaler Literatur, Fachenglisch o Nutzung elektronischer Medien für Informationsgewinnung, -verarbeitung und Kommunikation innerhalb von Lerngruppen ƒ wissenschaftlich orientiertes Arbeiten und Schreiben von wissenschaftlich orientierten Texten ƒ Zeitmanagement ƒ Die Schritte und Methoden des evidence based nursing 944 Stundenverteilung und Credits der Weiterbildung Module Theorie davon Praktische Credits Intensivpflege und Anästhesie Stunden Selbststudium Weiterbildung 1.1 Beziehungsgestaltung 70 Std. 16 Std. 300 Std. 10 1.2 Fallsteuerung 60 Std. 16 Std. 300 Std. 10 2.1 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen 80 Std. 16 Std. 260 Std. 10 mit bewusstseins-, wahrnehmungs-, und entwicklungsbeeinträchtigten Menschen 2.2 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen 60 Std. 8 Std. 180 Std. 10 mit atmungsbeeinträchtigten Menschen 2.3 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen 50 Std. 8 Std. 180 Std. 10 mit herzkreislaufbeeinträchtigten Menschen 2.4 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen 40 Std 8 Std. 160 Std. 5 mit abwehrgeschwächten und an Infektionen leidenden Menschen 2.5 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen 40 Std 8 Std. 160 Std. 5 mit bewegungsbeeinträchtigten Menschen 2.6 Professionelles Handeln in komplexen Pflegesituationen 40 Std 8 Std. 160 Std. 5 mit Menschen mit Beeinträchtigungen der Ernährung, der Ausscheidung und des Stoffwechsels 2.7 Professionelles Handeln im prä-, intra- und 80 Std 16 Std. 180 Std. 10 postoperativen Umfeld 8.1 Projektmanagement 70Std. 10 Std. 110Std. 10 8.2 Personalführung und Anleitung 70 Std. 14 Std. 110 Std. 10 9.1 Steuerung des eigenen Lernens 60 Std 10 Std. 5 Praktische Prüfung 10 Mündliche Prüfung 10 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 720 Std. 2100 Std. 120 Credits Stundenverteilung und Credits der Weiterbildung Module Theorie davon Praktische Praktische Credits Operationsdienst Stunden Selbststudium Weiterbildung unter Weiterbildung Anleitung 3.1 Beziehungsgestaltung 70 Std. 14 Std. 120 Std. 10 3.2 Patientenmanagement 60 Std. 14 Std. 10 4.1 Professionelles Handeln im Aufgabenbereich der 70 Std. 12 Std. 10 Springertätigkeit 4.2 Professionelles Handeln im Aufgabenbereich der 70 Std. 12 Std. 400 Std. 900 Std. 10 Instrumentiertätigkeit Abdominalchirurgie 4.3 Pflegerisches Handeln in der prä-, intra- und 60 Std. 12 Std. 300 Std. 10 postoperativen Versorgung bei spezifischen Orthopädie/Unfall- Gesundheitsproblemen Chirurgie 4.4 Notfallmanagement 40 Std. 8 Std. 300 Std. in weiteren 5 8.1 Projektmanagement 70Std. 10 Std. chirurgischen 10 8.2 Personalführung und -anleitung 70 Std. 14 Std. Einsatzbereichen 10 5.1 Arbeitsorganisation 70 Std. 14 Std. 10 5.2 Hygienemanagement 80 Std. 16 Std. 80 Std. 10 9.1 Steuerung des eigenen Lernens 60 Std 10 Std. 5 Praktische Prüfung 10 Mündliche Prüfung 10 720 Std. 1200 Std. Gesamt 120 Stundenzahl der Credits Praktischen Weibi. 2100 Std. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 945 946 Stundenverteilung und Credits der Weiterbildung Module Theorie davon Praktische Weiterbildung unter Anleitung Praktische Credits Psychiatrie Stunden Selbststudium Weiterbildung 6.1 Beziehungsgestaltung 50 Std. 10 Std. 10 6.2 Verantwortliche Arbeit in der Vernetzung 50 Std. 10 Std. 10 gemeindepsychiatrischer Hilfen 7.1 Pflege akut psychiatrisch erkrankter Menschen und 80 Std. 10 Std. 10 psychiatrische Intervention in Krisen 1Praxiseinsatz mit 160 7.2 Pflege chronisch psychisch kranker Menschen 80 Std. 10 Std. Std. 10 7.3.1 Pflege und Erziehung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie 80 Std. 10 Std. (Wahlpflichtmodul) 7.3.2 Pflege psychisch kranker Straftäter 80 Std. 10 Std. (Wahlpflichtmodul) 900 Std. jeweils 7.3.3 Pflege abhängigkeitskranker Menschen 80 Std. 10 Std. 10 Credits für (Wahlpflichtmodul) 2 Praxiseinsätze mit 2 Erkundungs- die beiden 160 Std. einsätze ausgewählten 7.3.4 Gerontopsychiatrische Pflege 80 Std. 10 Std. mit 80 Std. Wahlpflicht- (Wahlpflichtmodul) module gesamt: 20 7.3.5 Pflege im Behandlungssetting Psychosomatik/Psychotherapie 80 Std. 10 Std. Credits (Wahlpflichtmodul) 7.3.6 Pflege in der Allgemeinpsychiatrie 80 Std. 10 Std. (Wahlpflichtmodul) 7.4 Kommunikation 40 Std. 5 7.5 Supervision 50 Std. 5 8.1 Projektmanagement 70 Std. 10 Std. 560 Std. 15 8.2 Personalführung und Anleitung 70 Std. 14 Std. 10 9.1 Steuerung des eigenen Lernens 70 Std. 10 Std. 5 Praktische Prüfung 10 Mündliche Prüfung 10 720 Std. 1200 Std. 120 Credits Gesamt Stundenzahl der prakt. Weiterbildung 2100 Std. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 Die Praktische Weiterbildung in der Psychiatrie Der Projektbezogene Praxiseinsatz sollte im entsendenden Bereich stattfinden. Bei der Auswahl der berufspraktischen Einsatzorte ist darauf zu achten, dass folgende Einsatzbereiche mit jeweils mindestens 160 Stunden abgedeckt werden: stationär, teilstationär und ambulant/ komplementär. (Ziel ist, dass zwei der großen Einsätze außerhalb des stationären Bereiches liegen.) Möglicher Einsatzplan für einen Teilnehmer der im stationären Bereich arbeitet. Praxiseinsätze Ambulantes/ komplementäres teilstationäres Handlungsfeld stationäres Handlungsfeld Handlungsfeld 560 Stunden projektbezogener x Praxiseinsatz im entsendenden Bereich 160 Stunden im ersten Wahlpflicht X Bereich 160 Stunden im zweiten Wahlpflicht X Bereich 160 Stunden im zweiten Wahlpflicht X Bereich 160 Stunden Erkundungseinsatz oder oder Möglicher Einsatzplan für einen Teilnehmer der im ambulanten Bereich arbeitet. Praxiseinsätze ambulantes/ komplementäres teilstationäres Handlungsfeld stationäres Handlungsfeld Handlungsfeld 560 Stunden projektbezogener x Praxiseinsatz im entsendenden Bereich 160 Stunden im ersten Wahlpflicht X Bereich 160 Stunden im zweiten Wahlpflicht x bereich 160 Stunden im zweiten Wahlpflicht x Bereich 160 Stunden Erkundungseinsatz oder oder Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 43 vom 28. Dezember 2009 – GV. NRW. 2009 S. 904 947

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Nicht-amtliche Wiedergabe. Maßgeblich ist der amtliche Text. Quelle: recht.nrw.de.