228 b. Ergänzung – SGV. NRW. – (Stand 1. 7. 2005) 11. 4. 95 (c)
Anlage 1*
(zu § 3) 2124
Weiterbildungs- und Prüfungsverordnung – Konzeptionelle und methodische
zu Fachgesundheits- und Krankenpflegerinnen, Grundlagen psychiatrischer Pflege
-pflegern, Fachgesundheits- und Kinderkranken- (z.B. Soziotherapie, Milieugestal-
pflegerinnen, -pflegern, Fachaltenpflegerinnen tung, Realitätsorientierung, Wahr-
und -pflegern in der Psychiatrie (WeiVPsy)“ nehmung- und Konzentrations-
hilfen, Pflegegespräche, Gruppen-
arbeit, Krisenintervention, Biogra-
1 Theoretische Weiterbildung im 1. Weiterbildungs- phiearbeit)
abschnitt – Begleitung Sterbender und
1.1 Fachliche Grundlagen psychia- Trauernder
trischer Pflege 290 Stunden – Suizid- und Gewaltprophylaxen
1.1.1 Psychiatrisch-medizinische Grund- – Vorbereitung und Betreuung bei
lagen 80 Stunden neurologischen diagnostischen
Verfahren
– Erklärungsmodelle psychiatrischer
Krankheiten – Verabreichung von Medikamenten
und Beobachtung von Nebenwir-
– Psychosen kungen sowie Begleitung
– Neurosen – Betreuung und Versorgung bei
– Psychosomatik speziellen Behandlungsverfahren
– Borderline-Syndrom – Ethische Grundsatzfragen bei ärzt-
– Verhaltensauffälligkeiten und licher Therapie und Diagnostik
Dissozialität – Pflegerische Aufgaben in Zusam-
– Abhängigkeitserkrankung und menarbeit mit Angehörigen und
Sucht Laien
– psychische Störungen aufgrund – Pflegerische Aufgaben in Zusam-
von Hirnerkrankungen und anderen menarbeit mit Mitarbeiter/innen
organischen Ursachen anderer Berufsgruppen
– geistige Behinderung 1.2 Psychiatrische und psychosoziale
– Chronizität und Prävention Versorgungsstrukturen*) 10 Stunden
– Behandlungsmöglichkeiten – Entwicklung institutioneller
psychiatrischer Krankheiten unter psychiatrischer Versorgung
Berücksichtigung verschiedener – Lebens-, Arbeits- und Wohn-
Erklärungsansätze insbesondere des formen für chronisch-psychisch
sozialpsychiatrischen Erklärungs- Kranke und alte Menschen
modells
– psychosoziale ambulante Hilfsan-
– Bedeutung der Diagnose in der gebote
Psychiatrie
1.3 Wahrnehmung, Kommunikation so-
1.1.2 Psychologische und sozialwissen wie Methodik des Lernens, Lernpsy-
schaftliche Grundlagen 70 Stunden chologie und -techniken und Prin-
– Entwicklungspsychologie der Le- zipien wissenschaftlichen Arbeitens,
bensspanne (Einführung) berufliches Selbstverständnis 100 Stunden
– Klinische Psychologie, therapeuti- 1.3.1 Wahrnehmung 20 Stunden
sche Verfahrensweisen
– Ausgewählte Teilbereiche der
– Sozialpsychologie und Gruppen- Wahrnehmungpsychologie (Selbst-
dynamik wahrnehmung/Fremdwahrneh-
– Medizinsoziologie mung)
– Gesundheitslehre – Beobachtungs- und Beurteilungs-
– Sonderpädagogik sowie soziale prozesse, Beurteilungsfehler
und psychologische Faktoren von – Selbsterfahrung, Supervision,
Erkrankungen und Krankheits- Balint-Gruppe usw. (Einführung)
verhalten – Diagnostik- und Beurteilungs-
– Grundlagen der Familiendynamik verfahren
– Sexualität
1.3.2 Kommunikation und Pädagogik 50 Stunden
1.1.3 Pflegerische Grundlagen 140 Stunden – Theorie- und Praxis personen-
1.1.3.1 Pflegewissenschaftliche Grundlagen 60 Stunden zentrierter Gesprächsführung
– Geschichte der psychiatrischen – Gruppendynamik und Gruppen-
Alten- und Krankenpflege pädagogik
– Pflegemodelle, Pflegetheorien – Kooperation, Konflikt, Teamarbeit
– Grundlagen psychiatrischer Pflege – Kooperation von Institutionen und
– Einführung in die Pflegeforschung Berufsgruppen
– Pflegeprozeß, Pflegekonzepte, – Pädagogische Anleitung von Laien,
Pflegedokumentation Hilfspersonal und Schülern
– Praxis- und Institutionsanalyse – Grundlagen und Methoden der
Öffentlichkeitsarbeit
1.1.3.2 Fachliche Grundlagen psychia-
trischer Pflege unter Berücksichti- 1.3.3 Methodik des Lernens, Lernpsycholo-
gung von Einstellungen, Haltungen, gie und -techniken sowie Prinzipien
Menschenbildern, Sichtweisen und des wissenschaftlichen Arbeitens 20 Stunden
theoretischen Erklärungsmodellen 1.3.4 Berufliches Selbstverständnis 10 Stunden
gegenüber psychiatrisch – Motivation für die Arbeit in der
Erkrankten 80 Stunden psychiatrischen Pflege und Weiter-
– Menschenbild und ethische bildung
Grundorientierung – Geschichte der Entwicklung der
– Beziehungsgestaltung im Umgang Pflegeberufe
mit psychisch Erkrankten unter – Leitbilder, Normen und Werte in
Berücksichtigung komplexer Pflege- der psychiatrischen Behandlung
probleme und Betreuung
* Anlage 1 geändert durch Artikel 59 des Dritten Befristungsgesetzes vom 5. 4. 2005 (GV. NRW. S. 306); in Kraft getreten am 28. April 2005.
11. 4. 95 (c) 228 b. Ergänzung – SGV. NRW. – (Stand 1. 7. 2005)
2124 1.4.4
1.5
Supervision
Praxisgespräche
50 Stunden
20 Stunden
– Grundlagen der Pädagogik, Sonder-
und Heilpädagogik
– Spezielle Fragen der kinder- und
jugendpsychiatrischen Kranken-
2 Praktische Weiterbildung im 1. Weiterbildungs- pflege bei unterschiedlichen Krank-
abschnitt heitsbildern
3 Praktikumseinsätze à 8 Wochen.***) 924 Stunden – Spezielle Konzepte und Methoden
– Abteilung für akut psychisch kinder- und jugendpsychiatrischer
Kranke (Erwachsene) Pflege (z.B. Erziehungsplanung,
Kind und Spiel, Umgang mit Ver-
– Abteilung für Rehabilitation bzw. haltensauffälligkeiten und kinder-
langdauernde Behandlung psy- und jugendpsychiatrischen Störungs-
chisch schwer- und mehrfach bildern)
Kranker
– Medikamentöse Behandlung von
– Komplementäre Dienste (Wohn- Kindern und Jugendlichen
heime, Clubs, Tagesstätten, Werk-
stätten, Sozialstationen, Gesund- – Sexueller Mißbrauch
heitsämter) – Familientherapie
– Jugendhilfe und spezielle Rechts-
fragen
3 Theoretische Weiterbildung im 2. Weiterbildungs-
abschnitt – Adoption, Pflegschaft sowie Beglei-
tung von Abschied und Trennung
3.1 Spezielle Konzepte und Methoden in – Aufnahme und Entlassung
der Psychiatrie 270 Stunden – Angehörigenarbeit
- alternativ -
– Pädagogische Eltern- und
3.1.1 Spezielle Konzepte und Methoden in Familienarbeit sowie Kooperation
der allgemeinen Psychiatrie 270 Stunden mit der Schule
– Einführung in die Arbeitsfelder 3.2 Allgemeine Versorungsstrukture*) 40 Stunden
der Psychiatrie
– spezielle Fragen der psychiatri- 3.2.1 Psychiatrische und psychosoziale
schen Pflege bei unterschiedlichen Versorgungsstrukturen 20 Stunden
Krankheitsbildern (z. B. Forensik, – Stationäre und teilstationäre
Sucht) Behandlung
– spezielle Konzepte und Methoden – Ambulante Behandlungsformen
psychiatrischer Pflege (z. B. sozio- – Gesundheitsberatung
therapeutische Behandlungsmög- – Besonderheiten der gerontopsychi-
lichkeiten wie Milieugestaltung, atrischen Versorgung (z.B. Zugänge
Tagesstrukturierung, soziothera- und Barrieren zu Einrichtungen
peutische Gruppenarbeit; Krisen- und Diensten)
intervention bei Suizid-, Gewalt- – Entwicklung der Versorgungsstruk-
und Lebenskrisen) turen in der Kinder- und Jugend-
– Probleme in der pflegerisch-thera- psychiatrie
peutischen Beziehung im institutio- – Angehörigen-, Laien- und Selbst-
nellen System hilfegruppen
– spezielle Aufgaben der Rehabili-
tation und Maßnahmen der Reinte- 3.2.2 Rechtliche Grundlagen 20 Stunden
gration – PsychKG
– Aufnahme und Entlassung – Betreuungsgesetz
– Angehörigenarbeit – Ausgewählte Themen des Sozial-
– Spezielle Probleme der institutio- rechts
nellen Kooperation – Maßregelvollzugsgesetz
3.1.2 Spezielle Konzepte und Methoden in 3.3 Supervision 50 Stunden
der Gerontopsychiatrie 270 Stunden
3.4 Praxisgespräche 20 Stunden
– Alterstheorien und die Pflege
psychiatrisch Erkrankter im Alter
– Körperliche Veränderungen 4 Praktische Weiterbildung**) im 2. Weiterbildungs-
im Alter abschnitt
– Morbidität, Multimorbidität 2 Praktikumseinsätze à 8 Wochen***) 818 Stunden
– Spezielle Fragen der gerontopsy- – Wahlpraktikum im stationären Be-
chiatrischen Pflege bei typischen reich (Sucht, Forensik, Psychothe-
Krankheitsbildern im Alter rapie, Gerontopsychiatrie, Kinder-
– Spezielle Konzepte und Methoden und Jugendpsychiatrie)
gerontopsychiatrischer Pflege – Teilstationäre/ambulante Be-
– Meßverfahren zur Einschätzung handlung psychisch Kranker
der Alltagsbewältigung bzw. des (z.B. Tageskliniken, Sozialstatio-
Gesundheitsstatus nen)
– Rehabilitation sowie Behandlungs-
verfahren, Indikation, Kontraindi-
kation, Nebenwirkungen Theoretische Weiterbildung Insgesamt 850 Stunden
– Aufnahme und Entlassung Praktische Weiterbildung Insgesamt 1540 Stunden
– Angehörigenarbeit **
– Spezielle Probleme der institutio-
nellen Kooperation *) Die Bearbeitung dieses Weiterbildungsabschnittes erfolgt in der Wei-
se, daß eine Orientierung auf die fachliche Schwerpunktsetzung ge-
3.1.3 Spezielle Konzepte und Methoden währleistet ist.
in der Kinder- und Jugend- **) Über jeden Abschnitt der praktischen Weiterbildung ist vom Weiter-
psychiatrie 270 Stunden bildungsteilnehmer ein Bericht zu fertigen. Dieser wird von der Pra-
xisanleiterin/dem Praxisanleiter fachlich bewertet und für die Prü-
– Spezielle Fragen kinder- und fungsunterlagen dokumentiert. Die Berichte sind der von der Praxis-
jugendpsychiatrischer Erkran- anleitung anzufertigenden Bescheinigung nach Anlage 3 beizufügen.
kungen und typische Krankheits- ***) Mindestens ein Praktikumseinsatz muß im ambulanten Bereich er-
bilder im Kinder- und Jugendalter folgen.