Anlage 1
(§ 5 Absatz 5)
Rahmenausbildungsplan
Ausbildungsabschnitt I: Verwalten
Dauer: 9 Monate
Lernorte: a) Seminar (10 Wochen) und Arbeitsgemeinschaften
b) Kreisstellen der Landwirtschaftskammer oder andere geeignete Dienststellen
Standards und
Inhalte: Die Referendare ordnen das Handeln der Verwaltung rechtlich begründet und
institutionell strukturiert ein.
Grundlagen des Verwaltungshandelns – Einführung
Grundlagen des Verwaltungshandelns (Vertiefung), einschließlich der
verfassungsrechtlichen Grundlagen (Gleichheitsgrundsatz, Eigentum,
Berufsfreiheit),
Verwaltungsaufbau NRW (insbesondere Agrar- und Umweltverwaltung)
Die Referendare führen die verschiedenen Formen der Verwaltungsverfahren auf
der Grundlage der Rechtsvorschriften durch.
rechtliche Grundlagen der öffentlichen Verwaltung
das Handeln der Verwaltung (Hoheit, Selbstverwaltung, Fiskalhandeln)
das Verwaltungsverfahren
Rechtsschutz gegen Verwaltungshandeln
Die Haftung der Verwaltung, Staatshaftungsrecht
Die Referendare arbeiten sich ziel- und anwendungsorientiert in neue, relevante
Rechtsgebiete ein, z. B.:
die Grundsätze zivilrechtlichen Handelns
Grundlagen des BGB – Vertragsrecht (Kauf-, Werk-, Dienst- und
Arbeitsverträge; Pachtrecht, landwirtschaftliches Kreditwesen;
Grundbuchrecht; Familienrecht, Nachbarschaftsrecht)
Die Referendare entwickeln fachbehördliche Stellungnahmen zu
Hofübergabeverträgen rechtlich begründet.
BGB-Erbrecht, Zuweisungsverfahren und HöfeO
Die Referendare führen das grundstücks- und landpachtverkehrsrechtliche
Genehmigungsverfahren unter Berücksichtigung der verschiedenen
Landnutzungsinteressen fachlich und rechtlich begründet durch.
Grundstückverkehrsgesetz
Landpachtverkehrsgesetz
Die Referendare formulieren fachbehördliche Stellungnahmen zu Raum-, Fach-
und Umweltplanungen sowie zu Umweltprogrammen für den ländlichen Raum.
Sie entwickeln in Zusammenarbeit mit anderen Fachbehörden regionale
Entwicklungskonzepte.
Raumordnung und Landesplanung
Fachplanungen
ländliche Entwicklung und regionale Entwicklungskonzepte
Plan ersetzende Prozesse und informelle Planungen
Die Referendare formulieren fachbehördliche Stellungnahmen zu
Bauleitplanungen und Bauvorhaben im ländlichen Raum.
Recht der Bauleitplanung
Stellungnahmen zu Planungen
Bauen im Außenbereich
Besonderheiten des Immissionsschutzrechts
Die Referendare führen europa- und nationalrechtliche Fördermaßnahmen im
ländlichen Raum einschließlich der Kontrollverfahren durch.
Förderung in der Landwirtschaft
agrarpolitische und rechtliche Grundlagen
Förderprogramme und ihre Verwaltungsabwicklung
Die Referendare beurteilen in fachbehördlichen Stellungnahmen die
Anforderungen des Natur-, Tier- und Umweltschutzes sowie der guten fachlichen
Praxis fachlich und rechtlich begründet.
Umweltschutz in der Landwirtschaft
Naturschutzrecht
Tierschutzrecht, Tierschutznutztierhaltungs-VO
Gewässer- und Bodenschutz
Pflanzenschutz- und Düngerecht
Grundlagen des Abfallrechts
Die Referendare führen Aufgaben der zuständigen Stelle und der zuständigen
Behörde nach dem Berufsbildungsgesetz durch.
Rechtsvorschriften in der Berufsbildung
Regelungsbefugnis der Landwirtschaftskammer als zuständige Stelle für
die Berufsbildung in Berufen der Landwirtschaft
Wahrnehmung der Aufgaben zur Überwachung und Förderung der
Berufsbildung
Die Referendare beurteilen in fachbehördlichen Stellungnahmen die
Anforderungen des Rechts der Ernährungswirtschaft und des
Verbraucherschutzes rechtlich begründet.
Verbraucherschutz und Recht der Ernährungswirtschaft
Die Referendare führen Kunden- und Klientengespräche ziel- und
prozessorientiert.
Gesprächsaufbau,
Aktives Zuhören,
Verständnis klären,
Informieren, Überzeugen und Entscheiden
Pflicht-
Aufgaben: 6 Entwürfe zu Verwaltungsvorgängen
Ausbildungsabschnitt II: Leiten und Steuern
Dauer: 6 Monate
Lernorte: a) Seminar (2 Wochen) und Arbeitsgemeinschaften
b) Zentrale der Landwirtschaftskammer, Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz oder andere geeignete Dienststellen
Standards und
Inhalte: Die Referendare bereiten rechtliche Maßnahmen sowie Entscheidungen im
Personalwesen begründet vor und führen Aufgaben der Personalführung
mitarbeiterorientiert durch.
Personalwirtschaft
öffentliches Dienstrecht,
Innere Organisation
Die Referendare führen Mitarbeiter respektvoll und leistungsorientiert.
Aufgaben und Funktionen eines Vorgesetzten,
Führungsverhalten,
Führungstechniken,
Teambildung,
Konfliktlösung
Mobbing
Die Referendare führen Mitarbeitergespräche ziel- und prozessorientiert.
Gesprächsaufbau,
Aktives Zuhören,
Verständnis klären,
Informieren, Überzeugen und Entscheiden
Die Referendare beurteilen Maßnahmen und Entscheidungen unter
Berücksichtigung der kameralistischen Haushaltsführung und des Controllings.
Haushalt und Controlling
Haushaltsgrundsätze
Haushaltsbewirtschaftung; Kostenrechnung
Die Referendare entwickeln Projekte unter Anwendung des Projektmanagements.
Projektidee, Projektplanung, Projektmanagement
interne Bewertung von Projekten
Beantragung und Abrechnung von Projekten
Organisation und Steuerung von Arbeitsprozessen
Die Referendare moderieren Veranstaltungen.
Moderationszyklus,
Moderationsregeln,
Moderationsarten,
auf Störungen reagieren,
Die Referendare führen Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit ihrer Behörden durch.
Öffentlichkeitsarbeit
Internetauftritt, Interview, Pressebericht
Presserecht
Pflicht-
aufgaben: 2 Berichte zu Vorgängen der Mitarbeiterführung,
2 Berichte zur Haushaltsführung und zum Controlling,
2 Moderationen
1 Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit
Ausbildungsabschnitt III: Beraten
Dauer: 7 Monate
Lernorte: a) Seminar (4 Wochen) und Arbeitsgemeinschaften
b) Beratungsdienststellen und Einrichtungen der Landwirtschaftskammer oder
andere geeignete Dienststellen
Standards und
Inhalte: Die Referendare beurteilen Organisationsformen landwirtschaftlicher
Unternehmen aus handels- und steuerrechtlicher Sicht.
Die Organisation des landwirtschaftlichen Unternehmens
Grundzüge der Unternehmensrechtsformen
Kooperationen in der Landwirtschaft
Besonderheiten des Handels- und des Steuerrechts in der Landwirtschaft
Die Referendare analysieren landwirtschaftliche Unternehmen anhand
betrieblicher Aufzeichnungen betriebswirtschaftlich und entwickeln angemessene
Veränderungsmaßnahmen.
Buch- und Unternehmensführung
Die Referendare führen Beratungsgespräche klienten- und prozessorientiert.
Persönlichkeitsbild / Beraterprofil
Rolle des Beraters u. Beratungsverständnis
Zielgruppen / meine Kunden
Beratung / Coaching
Kommunikationsmodelle
Kommunikationstechniken
Fallbeispiele
Die Referendare planen den Beratungsprozess systematisch, führen ihn
situationsbezogen durch und evaluieren ihn kriterienorientiert.
Gestaltung von Beratungsprozessen
Beratungsprozess strukturieren und gestalten
Einzel-, Gruppen-, Massenberatung
Lösungsansätze entwickeln und vertreten
Evaluierung
kollegiale Fallberatung
Die Referendare planen, organisieren die Beratungsarbeit effizient und entwickeln
zukunfts- und zielgruppenorientierte, neue Beratungsprodukte.
Marketing / Produktstandardisierung,
Verkaufsprozess optimieren
Die Referendare planen Veranstaltungen der beruflichen Weiterbildung
teilnehmerorientiert, führen sie durch und evaluieren diese.
Bedarfsanalyse,
Weiterbildungsziele,
Methodenauswahl
Veranstaltungsorganisation,
Finanzierung, Förderung
Qualitätssicherung
Pflicht-
aufgaben: 2 Beratungsfälle,
1 Maßnahme der beruflichen Weiterbildung