- Ausfertigungsdatum:
- 05.05.2021
- Fundstelle:
- StAnz. 2021, 720, 771
Vorschrift mit Rechtssatzcharakter (Hessen)
Anlage
Übersichtskarte Naturpark Knüll
Vorschrift mit Rechtssatzcharakter (Hessen)
Aufgrund des § 12 Abs. 6 des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Dezember 2010 (GVBl. S. 629), zuletzt geändert durch Gesetz vom 7. Mai 2020 (GVBl. S. 318),
erkläre ich das in der Abgrenzungskarte im Maßstab 1:50.000 mit einer roten Linie umrandete Gebiet zum „Naturpark Knüll“.
Die Abgrenzungskarte ist Bestandteil dieser Erklärung und wird bei dem für Forsten und Naturschutz zuständigen Ministerium aufbewahrt. Beglaubigte Mehrausfertigungen mit farblicher Abgrenzung des Naturparkgebietes befinden sich jeweils beim Naturparkträger, dem Zweckverband „Knüllgebiet“ in Neuenstein sowie bei den folgenden Städten und Gemeinden:
| Schwalm-Eder-Kreis |
Landkreis Hersfeld-Rotenburg |
||
| Frielendorf |
(teilweise) |
Alheim |
(teilweise) |
| Homberg (Efze) |
(teilweise) |
Bad Hersfeld* |
(teilweise) |
| Knüllwald |
(vollständig) |
Bebra* |
(teilweise) |
| Morschen* |
(teilweise) |
Breitenbach am Herzberg |
(vollständig) |
| Neukirchen |
(vollständig) |
Kirchheim |
(vollständig) |
| Oberaula |
(vollständig) |
Ludwigsau |
(teilweise) |
| Ottrau |
(vollständig) |
Neuenstein |
(vollständig) |
| Schwarzenborn |
(vollständig) |
Niederaula |
(vollständig) |
| Rotenburg an der Fulda (teilweise) |
|||
Magistrat der Stadt Homberg/Efze
Rathausgasse 1
34576 Homberg/Efze
Gemeindevorstand der Gemeinde Frielendorf
Ziegenhainer Str. 2
34621 Frielendorf
Gemeindevorstand der Gemeinde Knüllwald
Hauptstr. 7
34593 Knüllwald-Remsfeld
Gemeindevorstand der Gemeinde Neuenstein
Freiherr-vom-Stein-Straße 5
36286 Neuenstein
Magistrat der Stadt Schwarzenborn
Marktplatz 1
34639 Schwarzenborn
Gemeindevorstand der Gemeinde Oberaula
Hersfelder Str. 4
36280 Oberaula
Gemeindevorstand der Gemeinde Ottrau
Neukirchener Str. 1
34633 Ottrau
Magistrat der Stadt Neukirchen
Am Rathaus 10
34626 Neukirchen
Gemeindevorstand der Gemeinde Breitenbach a. Herzberg
Machtloser Str. 5
36287 Breitenbach a. Herzberg
Gemeindevorstand der Gemeinde Niederaula
Schlitzer Str. 3
36272 Niederaula
Gemeindevorstand der Gemeinde Kirchheim
Hauptstr. 20
36275 Kirchheim
Gemeindevorstand der Gemeinde Ludwigsau
Schulstraße 1
36251 Ludwigsau
Gemeindevorstand der Gemeinde Alheim
Alheimerstraße 2
36211 Alheim
Magistrat der Stadt Rotenburg a. d. Fulda
Marktplatz
36199 Rotenburg/Fulda
Gemeindevorstand der Gemeinde Morschen
Paul-Frankfurth-Str. 11
34326 Morschen
Magistrat der Stadt Bebra
Rathausmarkt 1
36179 Bebra
Magistrat der Stadt Bad Hersfeld
Weinstr. 16
36251 Bad Hersfeld
Landkreis Hersfeld Rotenburg
Friedloser Str. 12
36251 Bad Hersfeld
Schwalm-Eder-Kreis
Parkstraße 6
34574 Homberg/Efze
Die Abgrenzungskarte wird dort archivmäßig geordnet und kann während der Geschäftszeiten eingesehen werden.
Auflage:
Der Naturpark ist in der Örtlichkeit durch Schilder zu kennzeichnen.
Hinweis:
Träger des „Naturpark Knüll“ ist der Verband mit dem Namen
„Zweckverband Knüllgebiet“ mit Sitz in Neuenstein.
Begründung:
Die rechtlichen Anforderungen zur Erklärung eines Naturparks werden gemäß § 12 Abs. 6 des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Dezember 2010 (GVBl. S. 629), zuletzt geändert durch Gesetz vom 7. Mai 2020 (GVBl. S. 318), in Verbindung mit § 27 Abs. 1 Nr. 4 und 5 des Bundesnaturschutzgesetzes vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), zuletzt geändert durch Verordnung vom 19. Juni 2020 (BGBl. I S. 1328), erfüllt.
- 1.
Insgesamt umfasst der Naturpark eine Fläche von 83.258 ha, davon sind 35.597 ha (42,7 %) Schutzgebiete und 26.331 ha (31,6 %) unzerschnittene Räume. Ca. 52 % der Flächen sind Waldflächen, weitere 43 % der Flächen werden landwirtschaftlich genutzt. In dem Gebiet leben gut 60.000 Menschen.
- 2.
Der Naturpark liegt im Knüllgebirge in Nordhessen und erstreckt sich über Teile der Landkreise Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg. Das Knüllgebiet wird im Osten eingerahmt von den Städten Rotenburg an der Fulda, Bebra und Bad Hersfeld und im Westen von den Städten Alsfeld, Schwalmstadt und Borken. Die höchsten Erhebungen sind der 636 m hohe Eisenberg und das 634 m hohe Knüllköpfchen. Umgeben ist der Knüll im Osten vom Fuldatal und im Westen von der Schwalmaue, die im Norden in die Waberner Senke übergeht.
- 3.
Vor dem Hintergrund langer kulturhistorischer Nutzung hat sich der Knüll zu einer Kulturlandschaft mit großer Biotop- und Artenvielfalt entwickelt. In den Niederungen ist der Knüll geprägt von landwirtschaftlicher Nutzung, in den höheren Lagen von ausgedehnten Waldflächen mit naturnahen Buchengesellschaften und größeren Nadelholzanteilen. Alte Hutewälder sowie Niederwaldreste zeugen von vergangenen Waldnutzungsformen. Ununterbrochene Grünlandbänder an den Bachauen verbinden die verschiedenen Landschaftselemente.
- 4.
Landschaftlich prägend für das Knüllgebiet sind die exponierten Basaltkuppen. Auf ihnen finden sich typische Vegetationsformen der Basaltstandorte, räumlich sind sie von Ackerlandflächen umgeben.
- 5.
Die strukturierte Kulturlandschaft ist die Basis der großen Vielfalt an Arten und Biotopen. Siedlungen sind von Grünland, alten Heckenbeständen und Streuobstwiesen umgeben und bieten somit strukturreiche Ortsränder im Offenland, die für viele Arten von Bedeutung sind.
- 6.
Das Naturparkgebiet ist mit zertifizierten Premiumwanderwegen ausgestattet, die in Zusammenarbeit mit der Touristischen Arbeitsgemeinschaft „Rotkäppchenland“ als sogenannte „Fabelwege“ ausgewiesen werden. Darüber hinaus befinden sich verschiedene Fernwanderwege sowie Pilgerwege in der Region. Perspektivisch kann der Knüll als überregional wahrgenommene Wanderregion etabliert werden. Der neu angelegte Bahnradweg Rotkäppchenland ermöglicht für Radfahrer eine Überquerung des Knüll in Ost-West-Richtung ohne starke Anstiege.
- 7.
Das Naturzentrum Wildpark Knüll ist eine einzigartige Einrichtung im Bereich der Umweltbildung und Kommunikation in der Region. Hier leben auf 50 ha ca. 450 Tiere aus 40 Arten. Im Naturentdeckerhaus werden Dauerausstellungen sowie regelmäßig Wechselausstellungen präsentiert.
Dieser ländlich geprägte Teil der Landkreise Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg soll von der Ausweisung des Naturparks Knüll profitieren. Durch die Förderung eines nachhaltigen, umwelt- und sozialverträglichen Tourismus, einer nachhaltigen Landnutzung und einer nachhaltigen Vermarktung regionaler Produkte über die Landesgrenzen hinaus, wird der Naturpark Knüll mit seiner einzigartigen und märchenhaften Landschaft einen spürbaren Beitrag zur Bewahrung der Arten- und Biotopvielfalt und der wirtschaftlichen Entwicklung in der ganzen Region leisten können. Außerdem trägt er zur Entwicklung eines Schutzgebietsnetzes bei und wirkt durch entsprechende Biotopvernetzungsmaßnahmen einer zunehmenden Zerschneidung von Landschaft und Lebensräumen entgegen.
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Nicht-amtliche Wiedergabe. Maßgeblich ist der amtliche Text. Quelle: www.rv.hessenrecht.hessen.de.